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Hauberge

Haubergswirtschaft und die Produktion von Holzkohle

Wohl ziemlich einmalig ist die Geschichte der Region Siegen-Wittgenstein als eine der ältesten Montanregionen Europas und damit fest verbunden die Geschichte der Haubergswirtschaft. Neben aktueller Beschreibung der Haubergswirtschaft und der Holzkohlenbrennerei können Sie die Auszüge der niedergeschriebenen Beobachtungen von Senckenberg und von Jung-Stilling hier lesen. Beide sind Zeitzeugen der damaligen Praxis der Niederwaldwirtschaft und der Holzkohlenproduktion

Der Kreis Siegen-Wittgenstein gilt als eine der ältesten Montanregionen Europas und ist gleichzeitig - trotz der zweieinhalb Jahrtausende alten Entwicklung im Erzbergbau und in der Eisenverhüttung - einer der landschaftlich schönsten und ökologisch intaktesten Lebensräume. Im Jahr 1995 standen noch 20 % der Gesamtfläche des Kreisgebietes in landwirtschaftlicher und 64 %  in forstwirtschaftlicher Nutzung. Damit ist der Kreis Siegen-Wittgenstein der waldreichste Kreis der Bundesrepublik Deutschland (siehe hierzu auch unsere Site "Wandern" hier auf der Internet-Page

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"ahlering.de").

Über 2000 Jahre lang war das Siegerland ein Eisenland. Hier fand man beides, was man zur Gewinnung von Eisen brauchte: große Eisenerzvorkommen und ausgedehnte Wälder. Um aus dem Erzgestein schmiedbares Eisen zu schmelzen, musste man es in einem Ofen viele Stunden auf mindestens 1.000 Grad erhitzen. Eine solch hohe Temperatur war nicht mit einem Holzfeuer, sondern nur mit Kohle zu erreichen. Deshalb musste das Holz erst zu Kohle gemacht werden. Das war das Handwerk des Köhlers.

Damit aus Holz Kohle wird, muss man das Holz "brennen", verbrennen durfte es jedoch nicht. Verbrennen dürfen nur die flüchtigen Bestandteile des Holzes, sein Kohlenstoff muss erhalten bleiben. Für dieses Kohlebrennen errichtete der Köhler einen Meiler (in Bildern dargestellt hier die Entstehung eines Holzkohlenmeilers und ein brennender Holzkohlenmeiler). Während der Zeit des Verkohlens  schrumpfte das Holz und damit der Meiler zusammen. Dabei war die Gefahr groß, daß ein Loch in der Abdeckung des Meilers entstand. Dort eintretende Luft konnte das Feuer außer Kontrolle geraten lassen und alle Arbeit wäre umsonst gewesen. Deshalb blieb der Köhler Tag und Nacht in der Nähe seines Meilers. Zum Schutz vor Regen und Sonne diente ihm die Köhlerhütte.

Nach der Fertigstellung der Holzkohle wurde

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sie zu den Schmelzöfen  gekarrt. Dort war der Bedarf riesig. Zur Ausschmelzung von 1 kg Eisen benötigte man die zehnfache Menge oder mehr an Holzkohle. Und für 10 kg Holzkohle musste man 50 kg Holz im Meiler brennen. In Folge der Verhüttung von Erzen, vor allem von Eisen, wurden riesige Mengen an Holzkohle benötigt, die in heimischen Wäldern, aber auch im benachbarten Sauerland und Wittgenstein produziert wurden. Mittelalterliche Straßen, so genannte Hohlwege, durchziehen noch heute die Landschaft des Siegerlandes und zeugen von einer Zeit, in der riesige Bedarfe an Holzkohle gestillt werden mussten und dazu das Eisen als Rohstoff für Werkzeuge und Geräte in andere Teile Deutschlands transportiert werden musste. Die Produktion der Hochofen erbrachte bei zwei Abstichen pro Tag zunächst maximal 2 Tonnen (40 Zentner), später, bei sechsstündigen Betriebszeiten der Hütten, maximal 4 Tonnen (80 Zentner) Roheisen. Für diese vier Tonnen Roheisen wurden 6 Wagen Eisenerzsteine (= 7-8 Tonnen) und 3 1/2 Wagenladungen Holzkohle (= 4,17 Tonnen) verbraucht. Die dafür erforderliche Holzmenge von ca. 20 Tonnen (= ca. 26 Festmeter) war, gemessen am geschätzten Holzaufkommen im gesamten Siegerland von ca. 60.000 m3, beträchtlich. Die im Jahr 1444 existierenden 29 Hütten im Siegerland hatten bei einer Hüttenreise1 von vier Monaten pro Jahr einen Bedarf von ca. 90.000 m3 Holz. Ende des 18. Jahmunderts wurden im Siegerland jährlich 10.000 bis 12.000 Wagen Holzkohle benötigt, davon etwa ein Drittel aus dem Siegerland selbst, ca. 2.000 Wagen aus Wittgenstein und 4.000 bis 6.000 Wagen aus dem kurkölnischen Raum, also aus dem heutigen Sauerland, vomehmlich aus dem heutigen Kreis Olpe. Diese Zahlen zeigen die Bedeutung der Haubergswirtschaft für den Bergbau bzw. für die Hütten. Das erklärt den großen Holzkohlebedarf im Siegerland. Er wurde  bald so groß, daß alle umliegenden Wälder abgeholzt waren. Dem Raubbau von Kohlholz in den Siegerländer Wäldern, welche hauptsächlich aus Buchen und - je nach Lage - mit geringem Anteil anderer Baumarten - wie Traubeneiche, Birke, Bergahorn und Eberesche - bestückt waren, musste Einhalt geboten werden. Zunächst wurden die gewaltigen Mengen an Kohlholz den heimischen Wäldern, direkt neben den Verhüttungsplätzen, entnommen. Die Anzahl der Verhüttungsplätze mit den anfänglichen Hangwindöfen und späteren Gebläseöfen sowie den zugehörigen Schmieden, hat im Laufe der Zeit im Siegerland sehr zugenommen. Auf Grund der Schlackenfunde wird vermutet, daß mehr als

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500 solcher Schmelzöfen betrieben worden sind. Den enormen Holzkohlebedarf konnte ein sich nur langsam gegenerierender Buchenwald auf Dauer nicht erbringen. Er wurde über das natürliche Maß ausgenutzt und es setzten sich andere Baumarten wie Eiche und Birke durch. Die fachkundigen Waldschmiede und Köhler hatten schon immer schnellwüchsige Laubholzarten von jungen Beständen neben armdickem Astholz von langsam wachsenden Hochstämmen zum Verkohlen in Meilern benutzt. Der Umstand, daß sich der größte Zellulosezuwachs bei Laubbäumen in den ersten 20 Jahren ergibt, war ihnen bestimmt bekannt. Lichtdurchlässige Baumkronen im Niederwald gestatten eine intensivere Sonneneinstrahlung und Erwärmung des Waldbodens und somit schnelleres Wachstum. Nadelhölzer kamen für die Gewinnung von Holzkohle im Siegerland nicht in Frage. Der Bedarf an Holzkohle zwang die Eisenhüttenleute zu einer sich selbst erhaltenden Waldwirtschaft. Aus dieser Holzknappheit entwickelte sich im Mittelalter die Siegerländer Haubergswirtschaft. Erst durch die Haubergsordnungen wurde sichergestellt,  daß mit der Natur kein Raubbau zu Lasten künftiger Generationen betrieben wurde. Es durfte jährlich nur soviel Holz aus dem Wald entnommen werden, wie in

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einem Jahr nachwachsen konnte.

Haubergswirtschaft ist jedoch mehr als den Rohstoff für die Holzkohleproduktion zu schaffen. Es ist die in den vergangenen Jahrhunderten streng reglementierte Verbindung von Niederwald-, Feld- und Weidenutzung. Die Verhüttung des Siegerländer Eisenerzes und der seinerzeit steigende Holzkohlenbedarf ist die Ursache für die planmäßige Bearbeitung des Niederwaldes, da für die anderen landwirtschaftlichen Arbeiten ebenfalls Fläche benötigt wurde. Für die dichter werdende Besiedlung (siehe unsere Site “Einwohnerzahl”) musste naturgemäß auch mehr Land zur Nahrungsmittelerzeugung bereitgestellt werden. Die Umwandlung der Auwälder in den Tälern in Weideland und Wiesen geschah durch Rodung. Anschließend wurden die sumpfigen Talsohlen durch geschickt angelegte Grabensysteme entwässert. Das waren Vorläufer des später so gerühmten “Siegerländer Kunstwiesenbaus” (siehe hierzu auch unsere Site “Wiesenbau”). In von der Sonne

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begünstigten, leicht geneigten Hanglagen legte man Felder für Getreide- und Hackfrüchteanbau an. Aus diesen Notwendigkeiten heraus ergab sich ebenfalls zwangsläufig die Einrichtung einer gezielten Bewirtschaftung der Rohstoffquelle Wald. Es entstand eine planmäßige Niederwaldwirtschaft mit 15- bis 20jährigem Abtrieb.

Der Begriff “Hauberg” ist erstmals 1467 in einer Urkunde belegt und bezeugt damit, daß diese Forstwirtschaft sicherlich schon lange vorher bestanden hat. Ziel der Forstordnungen ab 1562 war es, möglichst viel Kohlholz für die Verhüttung und Verarbeitung von Eisen, Kupfer, Silber und Blei bereitzustellen. Die Umtriebszeit wurde auf 15 bis 20, meistens 16 Jahre festgelegt. Fürst Wilhelm Friedrich Adolf erliß 1711 eine neue Forstordnung. Hiernach wurden die Haubergsgemarkungen vermessen und die Zahl der Haubergsschläge festgelegt. Die Umsetzung dieser Forstordnung gilt ab 1718 als die “Güldene Jahnordnung”, die die Hauberge in genossenschaftliches Gesamteigentum überführte. Der Haubergsbesitz einer Gemeinde gehörte also als ungeteiltes

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Gesamteigentum einer oder mehreren Haubergsgenossenschaften. Es gibt heute zum Ende des 20. Jahrhunderts noch mehr als 200 solcher Waldgenossenschaften im Siegerland. Jeder Haubergsgenosse besaß einen Idealanteil am gemeinsamen Eigentum, das in 16- bis 18-jährige (meist 16) Jahresschläge eingeteilt wird. Von diesen  Jahresschlägen wurde nur der jeweils älteste zum Einschlag bestimmt. Im zeitigen Frühjahr erhalten die Genossen je nach ihrem Anteil am Gesamteigentum einen realen Anteil zur Bearbeitung und Nutzung zugewiesen. Der  Hauberg wurde aufgeteilt (siehe Bild 1 auf dieser Site1). Im Siegerland werden die Haubergsschläge als “Jahn” (mundartlich “Joah”) bezeichnet. Alle Mitglieder der Haubergsgenossenschaft sind also Anteilseigner und somit gemeinschaftliche Eigentümer des Vermögens der Genossenschaft. Das Vermögen ist in eine bestimmte Anzahl von Anteilen aufgeteilt. Die Bezeichnung der Anteile ist üblicherweise nach Geldmünzen wie z.B. “Pfennige” oder “Haubergspfennige” benannt. Alle Anteile sind grundbuchamtlich eingetragen, sie können wie Grundstücke vererbt oder veräußert werden. Die Waldgenossenschaft selbst kann auch Anteile besitzen.

Mindestens einmal im Jahr findet eine Haubergsversammlung statt, die wichtigste Zusammenkunft der Anteilseigner. Die Zahl der Stimmen ergibt sich aus der Anzahl der kleinsten Anteile (Pfennige). Die Versammlung wird vom Haubergsvorsteher geleitet. Dieser ist Mitglied eines Vorstandes, dem ferner zwei Beisitzer, ein Haubergsrechner und zwei Rechnungsprüfer angehören. Eine wichtige Aufgabe des

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Vorstandes ist die Führung des Lagerbuches der Haubergsgenossenschaft. Hierin werden alle Liegenschaften der Genossenschaft mit ihren Katastern und Grundbuchbezeichnungen sowie alle Anteilsberechtigten namentlich und mit der Zahl ihrer Anteile aufgeführt und Veränderungen fortgeschrieben. Früher wurde noch ein besoldeter “Haubergsschütz” gewählt um den Hauberg vor Frevlern zu schützen.

Die jährlich zu erntenden Haubergsschläge werden vor dem 1. März in mehrere Stamm-Jähne, das sind - je nach Holzbestand - gleichwertige Großflächen innerhalb des jährlichen Schlages, der auf die beteiliten Haubergsbesitzer nach ihrem Anteil aufgeteilt werden (siehe Bild 14). Sie werden von Vertrauensleuten geteilt. Die Kleinteilung nach Pfennigen wird anschließend von den Mitgliedern in Jähne, also in schmale Geländestreifen vollzogen.

Zwischen dem 1. März und 20. April wird der Hauberg geräumt (mundartlich “gestrucht”), d.h. Strauchwerk und Kleinholz werden mit Knipp oder Beil ausgehauen. Zweige und dünne Äste werden zu “Bündeln” (mundartlich “Stäckeböhre”), dünne Zweige und Reisig zu “Schanzen” gebunden. Die Schanzen dienten dann als Brennholz z.B. zum Brotbacken in den Backhäusern (Backes). Danach werden die Birkenstämme und nicht schälbare Holzarten umgeschlagen, zum Abfuhrweg geschleppt und dort mit dem dicken Ende zum Weg gestapelt (siehe Bild 2 auf dieser Site1 ). Die Eichen blieben früher zunächst stehen, denn deren Rinde diente einer ganz wichtigen Aufgabe: dem Ledergerben. Zuvor jedoch schlug man die Äste der Eichen mit einem starken Messer ab. Wenn Mitte Mai in den Jungeichen der Saft stieg und  “die Lohe geht”, begann das “Lohschälen”. Mit einem Lohschäler oder auch Lohlöffel (mundartlich “Schewwel”) genannt wird die Eichenrinde, Loh genannt, von unten her am Stamm aufgeritzt und gelöst. Das obere Stück wird mit Hilfe einer sogenannten Lohleiter bis in eine Höhe von 4-5 m lediglich geschält, das untere Ende mit einem Rundumschnitt vom Stamm getrennt. Zum Trocknen bleibt das obere Ende am Stamm fest, während die Lohe frei im Wind pendelt. Tüchtige Lohschäler schafften bei günstiger feuchtwarmer Witterung eine Tagesleistung von zwei Zentnern Lohe. Nach ein paar Tagen Trocknung wurde die Lohe gebunden (Lohbinge) und noch im Hauberg mit einer genossenschaftseigenen Schwengelwaage gewogen. Die einzelnen Lohstränge werden abgenommen und mit gedrehten Birken- oder Weidenruten (Lohwiere) zu Bürden (Lohböhre) zusammengebunden. Auf einer Lohwaage wird noch im Jahn, für jeden Genossen separat, das Gewicht der Lohbürden ermittelt und schriftlich festgehalten (siehe Bild 3 auf dieser Site1). Die geschlagenen Stämme des Haubergs kamen in den Kohlenmeiler um zu Holzkohle verarbeitet zu werden.

Die Siegerländer Rotgerbereien (Lohgerbereien, im Gegensatz zu den Weißgerbereien, die mit Alaun gerbten) in Siegen, Hilchenbach und Freudenberg waren begehrliche Abnehmer von Eichenlohe aus den Haubergen wegen deren glatter borkenfreier Oberfläche von 16jährigen Eichen. Für die Haubergsgenossenschaften war die Lohernte immer eine sichere und gute Einnahmequelle. Gute Eichenlohe war für die vielen Siegerländer Gerbereien von existentieller Bedeutung.

Das geschlagene Holz wurde abgefahren (siehe Bild 4 auf dieser Site1). Einige Bäume blieben als Samenträger zur Erhaltung des Hauberges mit oft hundertjährigen Wurzelstöcken stehen. Es war eine ständige Verjüngung durch Besamung notwendig. Dazu wurden von sachkundigen Haubergsgenossen vor dem Holzeinschlag Samenbäume (große Eichen und Birken) gekennzeichnet, die nicht umgeschlagen wurden (siehe Bild 14). Es entsprach auch einer alten Gepflogenheit, daß beim sonntäglichen

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Spaziergang durch den Hauberg ältere Genossen mit dem Krückstock Eicheln zur Nachzucht in den Boden einbrachten.

Die Flächenausdehnung der Hauberge im Siegerland betrug früher 75 % der Gesamtfläche. Die feuchten Talsohlen blieben - wie ausgeführt - den Rieselwiesen vorbehalten. Für den Ackerbau verblieben dann nur noch ca. 14 %. Diese kleinen Flächen reichten für den Feldfrüchteanbau niemals aus, um die Bevölkerung ausreichend zu versorgen. So wurde der abgeschlagene Hauberg vorübergehend zum Getreideanbau herangezogen. Nach dem Abräumen des Haubergs wurde im Frühherbst der Boden zur Ackerfläche vorbereitet, indem der Waldrasen mit einer breitblättrigen Hainhacke in Stücke zerteilt und gewendet und ausgeklopft wurde. Nach mehrfachem Wenden wurde die anhaftende Erde von den “Braase” entfernt, das Wurzelwerk bei trockenem Wetter (im Juli/August) mit einer Hainkratze zu Haufen zusammengezogen und verbrannt (siehe Bild 8). Der Schwelbrand verursachte den für das Siegerland typischen, von weither wahrnehmbaren Geruch von “Braasebröh”. Die Asche diente als einziger Dünger, der mit der Kratze gleichmäßig verteilt wurde. In dem mit Asche überzogenen Waldboden wurde Winterroggen gesät und mit einem radlosen Hainpflug, auch “Hoach” genannt (siehe auch nachstehende Ausführungen unter 2 und Abbildung 13) der vorbereitete Boden nur leicht umgepflügt. Die Saatrillen wurden wegen möglicher Bodenabschwemmung immer quer zur Hangrichtung gepflügt. Das “Hoachen” geschah, wie auch die Bodenvorbereitung (Hacken), in Gemeinschaftsarbeit gleichzeitig durch alle Genossen des Haubergs. Es wurde dann das Haubergskorn gesät. Im folgenden Jahr etwa Ende Juli war so ein Hauberg in ein goldgelbes Kornfeld verwandelt, die frisch ausgeschlagenen Triebe der Wurzelstöcke von Eichen und Birken waren dunkelgrüne Farbtupfer in diesem Ährenfeld. Um die frisch ausgeschlagenen Triebe nicht zu beschädigen, wurde Haubergskorn nicht mit der Sense, sondern mit Sicheln geerntet, um die jungen Triebe der neu austreibenden Haubergsbäume nicht zu verletzen (siehe Bilder 8 bis 11 auf dieser Site, die das Abbrennen des Haubergbodens, das Pflügen des Haubergs mit Kuhgespannen, die Getreideernte im Hauberg und die Aufforstung des Hauberges zeigen). Mittels neun zweifach abgebundenen Garben wurde ein “Kornritter” aufgestellt. Eine zehnte Garbe, nur einmal zu einem Hut abgebunden, wurde als Regenschutz umgekehrt darübergestülpt. Dieser nur alle 16 Jahre angebaute und ohne Unkraut gediehene Roggen ergab ein ausgezeichnetes wohlschmeckendes Sauerteig-Schwarzbrot das im Gemeinschafts-Backhaus mit Schanzenfeuerung gebacken worden ist. Um mit Holz sparsam umzugehen, durfte früher nach fürstlicher Anordnung nur in Gemeinschaftsbackhäusern Brot gebacken werden.

Nach der Roggenernte durfte der Haubergsschlag außer zum Schneiden von Ginster und zum Sammeln von Pilzenund Beeren nun fünf bis sechs Jahre nicht betreten werden bis die jungen Baumtriebe

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kräftig genug waren, bei der Nutzung des Geländes als Viehweide vom Vieh nicht mehr gefressen zu werden. Vom siebten Jahre an bis zum nächsten Abtrieb diente der Hauberg 10 Jahre lang als Viehweide. Vom 1. Mai bis zum 29. September fand das Rindvieh hier reichlich Futter an Gräsern und Kräutern und Tränkmöglichkeit an frischen Bergwässern und schattige Ruheplätze, sogenannte “Schläfen”. Der Hauberg ergänzte so das stets knappe Wiesengras.

Spezielle aus Eisen geschmiedete, im Dreiklang wohlklingende Kuhschellen, die an geschnitzten Schellenbügeln hingen, erleichterten Hirte und Hund den Zusammenhalt der Herde im oft unübersichtlichen Hauberg. Der letzte Kuhschellenschmied lebte und arbeitete bis 1966 in Grund (siehe hierzu auch unsere Site “Kuhschellen” sowie unsere Site “Viehwirtschaft”).

Wie dargestellt diente der Hauberg ursprünglich vor allem der Gewinnung von Holzkohle, von Brennmaterial, Korn und der Nutzung als Viehweide. Später, nachdem die Lederverarbeitung im Siegerland aufgekommen war, ergab sich - wie zuvor bereits dargestellt - ein neuer Nutzungszweig durch das Schälen der Eichenrinde  (Eichenlohe), die in früheren Jahrhunderten einen unersetzlichen Gerbstoff lieferte. Mit der Umstellung der Eisenverhüttung auf Steinkohle bzw. Koks im Siegerland um 1860 wurde die Haubergswirtschaft stark erschüttert, da Holzkohle dann kaum noch benötigt wurde. Dazu wurden ausländische Gerbstoffe eingeführt bzw. später chemische Gerbmittel verwendet, so daß die Preise für die Lohe stark sanken. Wurden noch 1840 noch weit mehr als 50% der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche haubergsmäßig bewirtschaftet, so war dieser

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Anteil bis 1925 auf unter 33% gesunken. Obwohl alle im Hauberg notwendigen Arbeiten zwar mit Hilfe der  Haubergsgenossen und deren Familienangehörigen noch verrichtet wurden,  wurden die Endprodukte Holz und Lohe immer weniger industriell genutzt und vornehmlich dem häuslichen Eigenverbrauch zugeführt (Die Abbildung oben zeigt die Arbeiten rund um die Haubergswirtschaft im Jahresverlauf). Nach dem 2. Weltkrieg wurden über 800 ha Hauberg zu Weide umgewandelt. In Hilchenbach bestand 1952 ca. 63% der  Nutzungsfläche aus Hochwald. Andere ehemalige Haubergswaldungen wurden als Weiden oder als Siedlungsflächen genutzt. Heute dienen die wenigen verbliebenen Hauberge fast ausschließlich der Brennholzgewinnung.  Die vielfältigen mit der ursprünglichen Haubergsbewirtschaftung verbundenen Arbeiten und Nutzungen drohen in Vergessenheit zu geraten. In Kreuztal-Fellinghausen gibt es daher einen historischen Hauberg, um die  Haubergskultur weiterleben zu lassen. Dort ist auch im Jahr 2000 erstmalig wieder ein Schmelzversuch von Eisen mit selbstproduzierter Holzkohle gemacht worden. Besucher sind hier ebenso wie an dem noch in Betrieb befindlichen Kohlenmeiler in Netphen Walpersdorf herzlich willkommen.

Mit den steigenden Energiekosten, die  am Ende des 20. Jahrhunderts bzw. in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts zu verzeichnen sind, ist die Haubergsbewirtschaftung auf den verbliebenen Restflächen zur Brennholzgewinnung jedoch wieder attraktiv geworden. 1951 wurde in dem Aufsatz “Das künftige Waldgesicht des Siegerlandes” im

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Siegerländer Heimatkalender die folgende Aussage von Wilhelm Münker veröffentlicht: “Das abgelaufene Jahr hat nun die Entscheidung gebracht; nicht nur dem Schälwald, nein, dem gesamten Niederwald schlägt die Stunde. Darauf zielen die Forstgesetze der Länder ab. Wir können uns diese überaus ertragsschwache Waldform nicht mehr leisten.” Im Siegerländer Heimatkalender 1952 legt Wilhelm Münker in dem Aufsatz “Hauberg am Ende? Was nun?” noch einmal nach, in dem er feststellt: “Schwerlich haben sich alle damit abgefunden, daß es ein wirtschaftliches Unding ist, in Zeiten größter Holznot draußen im Walde nur Brennholz zu ziehen. Das gibt es, außer in den Niederwaldgegenden, in ganz Deutschland sowie in allen dichtbevölkerten Ländern schon lange nicht mehr. Jedenfalls aber werden alle Haubergvorsteher inzwischen erkannt haben, daß der Umschwung unvermeidlich ist und die Sorge einzig zu sein hat, was jetzt geschehen soll. Dabei sind sich alle darin einig, daß leider die anspruchsvolle und sehr langsam wachsende Eiche nur noch in gar beschränktem Umfang gehalten werden kann, wie auch darin, daß, mehr als bisher, die Lärche, die Douglasie, die amerikanische Roteiche und möglichst auch die Pappel gefördert werden sollen. Aber das werden immer nur Nebenarten bleiben. Die Kernfrage lautet also nach wie vor, mit welchem Hundertsatz soll die Fichte Einzug halten?”

Hermann Böttger führt dazu in einem Aufsatz im Siegerländer Heimatkalender 1952 weiter aus: “Langsam aber sicher wird der Hauberg aus der Siegerländer Landschaft verschwinden; am Ende des Jahrhunderts wird er der Vergangenheit angehören.“ Nun, damit hatte er nicht recht behalten. Die Anfang des 21. Jahrhunderts noch bestehenden Haubergsflächen, die heute neben erheblich angewachsenen Fichtenmonokulturen und großen Laubwäldern, häufig Buchenhochwälder, unübersehbar noch immer das Landschaftsbild weiter Teile des Siegerlandes prägen, werden wohl bis auf weiteres als privates, arbeitsintensives aber kostengünstiges Energiereservoir zur Brennholzgewinnung weitergenutzt, auch wenn die Schälwirtschaft und der Ackerbau völlig aus den Haubergen verschwunden sind und auch nur noch einige wenige Kohlenmeiler mit geringem Holzkohleausstoß für Liebhaber des sommerlichen Grillvergnügens betrieben werden. Dabei handelt es sich jedoch fast ausschließlich um Open-Air-Museums-Veranstaltungen.

Die Abbildung 13 zeigt die Arbeiten im Hauberg im Jahresverlauf. Einige Kohlenmeiler gibt es allerdings noch im Siegerland (wie erwähnt in Netphen- Walpersdorf) bzw. im benachbarten Kreis Olpe. Hin und wieder gibt es in einigen Ortschaften des benachbarten Kreises Olpe auch Festlichkeiten, zu denen dann noch einmal ein Kohlenmeiler aufgeschichtet und angezündet wird und Holzkohle für den privaten Bedarf produziert wird. Aus ursprünglich 34.000 ha Niederwald im Kreis Siegen-Wittgenstein sind heute nur noch knapp 10.000 ha erhalten geblieben. Im Stadtmuseum von Hilchenbach ist die Haubergskultur noch allgegenwärtig. Die Abbildung 12 zeigt eine Ecke im Stadtmuseum Hilchenbach mit Lohwage, Lohe, Haubergschlitten und einer gebündelten Schanze, zu denen das dünne Holz im Hauberg zusammengebunden wurde und die zum Brotbacken verwendet wurden. Noch heute wird in zahlreichen Backhäusern des Siegerlandes und auch im Hilchenbacher  Raum "Schanzenbrot" gebacken.

Sie finden die Haubergswirtschaft sehr qualifiziert und übersichtlich auf den Sites des Arbeitskreises Historischer Hauberg in Kreuztal-Fellinghausen dargestellt. Klicken Sie hier, um dorthin zu gelangen. Auch Verhüttungsversuche mit der dort gewonnenen Holzkohle ist auf den Sites ausführlich dargestellt. Bitte klicken Sie hier, um die Informationen über die Verhüttungsversuche zu lesen. 

Abschließend noch eine kleine Reise in die Vergangenheit, da die Nachfolgenden Beschreibungen von Senckenberg und Jung (genannt: Stilling) beachtlich und sehr präzise sind: Dem großen Mediziner, Botaniker und Philanthropen Johann Christian Senckenberg (1707-1772), der 1736 im Siegerland weilte, fielen die Hauberge nahezu als erstes auf. Eine derartige Form der Niederwaldwirtschaft hatte er offensichtlich noch nicht gesehen. Von daher erklärt sich, daß die erste Seite seines Siegerländer Tagebuchs ganz dem Hauberg gewidmet ist und daß er während seines Siegener Aufenthalts immer wieder auf ihn und seine merkwürdigen Begleiterscheinungen - Loheschälen, Köhlerei, Roggeneinsaat, Vieheintrieb usw. - zurückkommt. Damit hat er - und das ist sehr wichtig - 40 Jahre vor Jung-Stillings 1775 erschienenen “Staatswissenschaftliche Anmerkungen bei Gelegenheit der Holznutzung des Siegerlandes” wahrscheinlich die älteste Beschreibung der Haubergswirtschaft geliefert. Die ist natürlich keine zusammenhängende, erschöpfende Darstellung, sondern verteilt sich in Einzelbeobachtungen über seinen gesamten Siegerländer Aufenthalt. Und viele der merkwürdigen Haubergs-Besonderheiten ..... konnte er überhaupt nicht aufnehmen. Er war ja nicht während des Lohschälens im Lande, hat keine Hainteilung erlebt, die

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Bedeutung der Hainzeichen nicht erfahren und vor allem kaum einen Einblick in das Wesen und die Ordnung der Haubergsgenossenschaften gehabt. Und doch hat er als aufmerksamer Unbefangener Beobachtungen gemacht, die heute noch wichtig sind: “Sehr viel Hayne oder Hauberge, die 16 jahr stehen gelassen werden, da denn die bircken, ginster und Eichen sehr dicht wachsen, daß die wolfe drinnen nisten item fuchse und wilde Katzen. Von jungen Eichen gehen offt wohl 12 auß einer Wurtzel und werden alle ziemlich dick. Die Lohgerber nehmen die Rinde von den jungen Eichen, so viel besser zur Lohe alß die alten ... und schälen die Rinde ab, das übrige ist brennholtz. Nach den 16 Jahren werden [gewöhnlich] die besten bircken und Eichen außgehauen. fagi (Buchen) wachsen nicht in den Haubergen, aber in [hohen] wäldern wohl. Tannen oder Fichten sind wenig oder keine hie.” Weiter beschreibt Senckenberg: “So man alte Eichen abhauet [auch] andere alte bäume, wächst nichts nach, aber [hier] kommt aus den Wurzeln immer neuer Nachwuchs, wächst gleich das jahr, da es trägt mit dem Korn das Gebüsch wieder auf. Hauberge hat man zu Siegen angehoben da der holtzmangel sich einstellte, und thut sehr gut. Alle Berge so kahl sind, könnte man hier zu Haubergen machen, so man das Vieh nicht zu häufig hielte und abweiden liesse, so (wenn) slles noch jung ist. Die höchsten Berge sind mit Korn besät, werden gebrannt,

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gehackt und es wachsen Eichen Birken unter dem Korn gleich hervor. Wo man brennt und Erlen stehen werden die Haufen (der) rasen und brasen oben roth wie Minium (Mennige) als ob es da geflossen (sei).” Das ergibt eine aus verschiedenen Notizen Senckenbergs zusammengesetzte und für die Zeit von vor deutlich mehr als 250 Jahren und von einem landfremden Beobachter wirklich beachtliche Beschreibung des Haubergs. Von der Hainteilung und den damit zusammenhängenden Besonderheiten abgesehen ist alles Wesentliche genannt: der sechszehnjährige Umtrieb, der Bewuchs mit Eichen und Birken, die Gewinnung von Lohe und Brennholz, die wirtschaftliche Bedeutung des Haubergs, die dem Lande “gut tut”, die erstaunliche Tatsache, daß der Eichen-Niederwald sich immer wieder durch Stockausschläge erneuert, die Bedenklichkeit des Vieheintriebs in den jungen Hauberg, die Besonderheiten des Brennens der “rasen und brasen” - übrigens ein sehr alter Beleg für ein echt siegerländisches Wort “Brase” (siehe auch Erläuterungen unter 5), der erste Hinweis auf das in die Asche des gebrannten Haubergs gesäte Korn. Von anderen Besonderheiten (Unterbringen von Roggensamen mit dem Haubergspflug, dem “Hoach”2 (siehe Abbildung 13), Verwendung des zähen Haubergsstrohs zum Dachdecken, die merkwürdige Ritter-Stellung der Garbenstände usw. hat Senckenberg wohl nicht erfahren und hat darum auch nichts davon berichtet. Die mit der Haubergswirtschaft eng verknüpfte Köhlerei hat Senckenberg ebenfalls kurz beschrieben: “(Das Haubergsholz nimmt man auch) zum Kohlen, so dann das Holtz perpendicular [senkrecht] stellt, oben anzundet, so es brennt deckt und neben löcher hinein stößt, so glimmt unter der Erde (dem aus Rasen, Moos und Kohlerde bestehenden “Rauchdach” der Köhler) das Feuer durch das Holz biß alles zu Kohlen gebrannt ist.” Es folgt dann eine schwer zu deutende Stelle mit in etwa dem Inhalt, daß man etwaigen Luftzutritt verhindern muss, damit nicht alles zu Asche verbrennt. “Das übrige (nicht zum Verkohlen verwendbare Holz) zündet man an mit den Rasen, die Asche zerstreut man hin und her im (Haubergs-)Feld und sät gleich hinein.” Soviel zu den Beschreibungen Senckenbergs.

Wie oben schon erwähnt beschreibt Johann Heinrich Jung (genannt: Stilling) in seinen Werken ebenfalls die Haubergsköhlerei. Sein Großvater Ebert war Kohlenbrenner, so daß seine Kenntnisse sicher noch viel intensiver waren als die von Senckenberg. Beide Beschreibungen sind aber wohl sehr frühe detaillierte Beschreibungen der Haubergswirtschaft bzw. bei Johann Heinrich Jung der Köhlerei. So heißt es einleitend in Jung-Stillings “Heinrich Stillings Jugend: “Unten am nördlichen Berge, der Geisenberg genannt, der wie ein Zuckerhut  gegen die Wolken steigt, und auf dessen Spitze Ruinen eines alten

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Schlosses liegen, steht ein Haus, worinnen Stillings Eltern und Voreltern gewohnt haben. Vor ungefähr dreißig Jahren lebte noch darin ein ehrwüdiger Greis, Eberhard Stilling, ein Bauer und Kohlenbrenner. Er hielt sich den ganzen Sommer durch im  Walde auf, und brannte Kohlen; kam aber wöchentlich einmal nach Hause, um nach seinen Leuten zu sehen, und sich wieder auf eine Woche mit Speisen zu versehen.  Er kam gemeiniglich sonnabends abends, um den Sonntag nach Florenburg in die  Kirche gehen zu können, allwo er ein Mitglied des Kirchenrats war.

In dem 1776 gedruckten “Beschreibung der Nassau-Siegenschen Methode Kohlen zu brennen mit physischen Anmerkungen begleitet” führt Jung aus, daß die Siegerländer zwar alle ihre Holzarten zum Verkohlen benutzen, als Birken, Hainbuchen, Ellern, Espen und dergleichen - Tannen und Fichten haben sie nicht. Allein diese Nebenarten vom Kohlenholze kommen nicht in Betracht gegen die große Menge der Maibuchen und Eichenkohlen, daher werden sie unter diese vermischt, und, weil ihrer so wenig sind, so bemerkt man sie im Schmelzen und Schmieden nicht, wenn sie auch schlechter als Buchenkohlen sind; diese nämlich machen eigentlich den Charakter der Nassauischen Holzkohlen aus. Eichenholz verkohlet man nur dann, wenn es knorrigt oder abständig, und also zu Zimmer- und Schreinerwerk unfähig ist. Jung überliefert in seinem Werk, daß das Siegensche Hochgewäld in dem Gebirge (...) ist herrschaftlich. Alle Kohlen, die aus demselben gebracht werden, werden auch alle zu den herrschaftlichen Zehendhütten und Hämmern gebraucht, sodass die Untertanen nichts aus demselben zu geniessen haben. Was ihnen also noch über den Vorrat an Kohlen, den die Bauern aus ihrem eigenen Gehölze ihnen jährlich verschaffen, mangelt, das müssen sie sich aus den benachbarten Ländern an sich kaufen. Die Grafschaften Wittgenstein und Berlenburg nähren sich zum Teil vom Kohlenbrennen und Fuhrwerke, so auch ein großer Teil des Herzogtums Westfalen, welcher nordöstlich an das Siegerland grenzt. Die Kohlenbrenner also, welche in meinem (Jung’s) Geburtsort (Hilchenbachs Ortsteil Grund) und den benachbarten Dörfern wohnen, brennen außer ihren eigenen auch die herrschaftlichen Kohlen, und sie bekommen einen gewissen bestimmten Lohn von jedem Wagen, den sie dem fürstlichen Verwalter ausliefern. Jung beschreibt, daß das Forstwesen folgender Gestalt verwaltet wurde: Es sind verschiedene Förster angeordnet, welche zugleich auch Jäger sind, ein jeder von ihnen hat einen gewissen Distrikt unter sich, den er zu verwalten hat. Gegen Ende des Winters, im Hornung (Februar) und März, gehen die Bauern und Kohlenbrenner zum Förster hin und halten um ein Geköhl an. Ein solcher Mann (...) kennt die ganze Beschaffenheit seiner Forst genau, er weiss, wie überall das Gehölz beschaffen ist, wo altes, abständiges Holz den jungen 0Wuchs verschattet und hindert. Er bemerket alle dergleichen Orte in seinen Gedanken und weiset jedem Bauern an, wo er kohlen soll, er geht mit ihn an den Ort hin und zeichnet ihm die Bäume, die er hauen soll, aus. Solcher Gestalt kann er alsdann dem Hüttenverwalter beiläufig anzeigen, wieviel Kohlen er ihm dieses Jahr liefern würde, und dieser erhält diese Nachrichten von allen Förstern. Er weiß daher seinen Kohlenvorrat ziemlich genau, und er weiss auch genau, was er den Sommer über zum Hütten- und Hammerwesen bedarf, folglich kann er nun frühzeitig, was ihm noch fehlet, einkaufen, und er ist daher nicht gezwungen, Ausländern zu geben, was sie haben wollen, wie er gewiss würde tun müssen, wenn er mit dem Einkauf bis zur Zeit der Not warten wollte.

Jung führt weiter aus, daß der Kohlenbrenner, wenn er sein Geköhl angewiesen bekommen hat, nach Hause geht und sich zu seiner Hantierung bereitet. Hat er nicht weit von seinem Wohnort eine schöne holzigte Gegend getroffen, sodaß er sein Kohlholz nicht weit nach der Grube zu schleppen nötig hat, so schätzet er sich für dieses Jahr glücklich. Ein rechtschaffender Förster hat aber auch gemeiniglich Rücksicht auf diesen Punkt, wenn einer dieses Jahr entweder einen weit entlegenen Ort oder auf sonstige Art ein beschwerliches Geköhl gehabt hat, so wird im künftiges Jahr ein bequemeres angewiesen, und derjenige, welcher dieses Jahr ein gelegenes hatte, wird künftiges Jahr mit einem schechtern versehen. Wenn nun leinerne Kittel, gute Holzäxte, eine grosse hölzerne Butterdose, ein Paar Handkäse und ein Laib Brot bei der Hand sind, der leinerne Quersack rein gewaschen und geflickt ist, so tut der Köhler seinen Proviant hinein, nimmt seine Holzaxt in die Hand und steiget zu Anfange des Maies des Morgens mit Sonnenaufgange freudig das Gebirge hinan zu seinem Geköhle hin. (...) Zu Ende des Aprils, den Mai durch und im Anfange des Brachmonates, ist also die Zeit, worin die Siegerländer das Kohlholz hauen und zubereiten.

Dann gibt Johann Heinrich Jung sein Urteil ab, wann die Qualität der Holzkohle am Besten ist, indem er ausführt, das er (Jung) eben nicht sagen könnte, daß sie (die Siegerländer) sich diese Zeit des Endes dazu ausersehen hätten, damit die Kohlen desto besser werden möchten, sodass eben diese Zeit die nützlichste zum Holzfällen zu dieser Absicht wäre; sie halten vielmehr für gleichgültig, wann das Kohlholz gefällt wird. Dass es durchgehends um diese Zeit geschieht, ist kein Wunder; diese Leute eilen früh zu ihrem Brotgewerbe, welches sie nicht treiben können, solang der Winter dauert. Wenn ich (Jung) aber für meinen Teil darüber urteilen soll, so muss ich bekennen, daß das Kohlholzfällen im Frühjahre am nützlichsten ist und das aus zweien Ursachen; die erste ist, weil zu der Zeit das Holz die besten Kohlen ausliefert und dann auch, weil der Wachstum dadurch befördert wird. Dass aus diesem Holz die besten Kohlen werden müssen ist klar, schreibt Jung weiter, und das aus folgendem Grunde: Um diese Zeit sind alle Saftröhren mit Safte angefüllt; dieser enthält vieles Salz und Öl in sich, weil er aus der erst neulich aufgeschlossenen Erde hervorkommt. Wenn nun dieses Holz eben an der Sonne und Luft trocknet, ehe es zum Kohlofen gestellt wird, damit das überfllüssige Wässerichte davonkomme, so bleibt doch der fette, salzichte Teil in dem Gewebe des Holzes zurück. Es folgt daher unwidersprechlich, dass die Kohlen, welche aus diesem Holze gebrannt werden, laut meinen (Jung’s) obigen Grundsätzen die besten sein müssen. Zudem führt Jung aus, daß die Beschattung den Wuchs hindert und das Aufschiessen der jungen Pflanzen durch das frühe Aushauen der alten Knorren zeitig im Frühjahr begünstigt wird. Es ist also nach Jung’s Ausführungen bei den Siegerländern Gewohnheitsvorteil, dass sie um diese Zeit das Holz fällen würden und es sei gut, dass diese Gewohnheit und dieser Vorteil zugleich zum Besten des Kommerziums ausschlagen würde.

Kommerz und Sinnhaftigkeit verbindet Jung dann in den Ausführungen, dass der Eigennutz auch die Kohlenbrenner treiben würde, in dem sie bemüht seien, möglichst viele Wagen Hohlkohle zu liefern, da sie je Wagen ihren bestimmten Lohn bekämen. Deswegen hauen sie die Bäume dem Erdboden gleich ab. Sie gewinnen dadurch am Holze, der Fürst gewinnt an der Menge der Kohlen und endlich wächset auch das Gesträuch besser, indem die Wurzeln aussprossen und durch den hohen Stock nicht gehindert werden. Und wenn auch das Gesträuch weiter nichts nutzt als in die Küche, so wirft es doch jeden Herbst eine Menger Blätter ab, die dem Gewälde zu gutem Dunge diesen können.

Auf die weiteren Tätigkeiten nach dem Schlagen des Holzes für die Köhlerei führt Jung weiter aus, daß, nachdem das Holz alles gehausen ist, welches dem Köhler in einem gewissen Distrikt angewiesen worden, so werden die Bäume geschneiselt3 (lt. Siegerländer Wörterbuch ist schnäiseln das Zweige abhauen von den im Hauberg gefällten Bäumen) und gedrummet4 (lt. Siegerländer Wörterbuch ist dromme = querteilen, auch später als den Hauberg querteilen verwendet), das ist, die Äste werden vom Stamm abgehauen, der Stamm aber nach einer bestimmten Länge mit einer Säge oder, wenn er nicht zu dick ist, mit der Axt in Klötze gehauen. Doch dieses Drummen geschieht erst an der Grube (hier ist also von Jung nicht gemeint, daß der Hauberg quergeteilt wird). Alles Holz, was nur einen Finger dick ist, alle Äste, die noch diese Dicke haben, werden ausgeschneiselt oder von den kleinen Zweigen und Blättern befreit. Ist dieses geschehen, so suchet der Köhler in seinem Distrikt einen Platz, wo ehemals ein Kohlofen gestanden (im weiteren von Jung nur Kohl genannt). Die Kohlen seien eine Materie, die der Fäulung, den Elementen und der Zeit einige Jahrhunderte widerstünden. Daher sei der Ort, wo ehemals ein Kohl gestanden hat, noch immer einen oder mehrere Fuss tief schwarz und kohlicht. (...) Diesen Ort wählt er (der Köhler) mit Fleisse und zwar aus folgenden Ursachen: Wenn ein Kohl auf einem gewöhnlichen Boden aufgerichtet wird, so dünstet die Erde stark aus von der Hitze des Kohles. (...) Das Holz verkohle daher nicht bis auf den Boden. Auch das äußerste Kohlholz bleibe roh. Fände der Köhler keinen solchen ausgebrannten Platz, so müsse er das übriggebliebene rohe Holz erneut auf die gleiche Stelle aufstellen was die doppelte Mühe bedeute.

Jung beschreibt dann die weitere Errichtung des Meilers: Nachdem nun der Köhler einen bequemen Platz gefunden, welcher eben, doch, um das Regenwasser abzuleiten, ein klein wenig abschüssig sein muss, so schlägt er in der Mitte einen Pfahl ein, der etwa einen Zoll dick oder auch etwa anderthalben dick ist. Damit er fest stehe, schlägt er ihn so tief in die Erde, als er kann und läßt ihn ungefähr einen Fuss über die Erde emporragen. Oben an diesen Pfahl bindet er eine Leine oder Seil; da er nun weiß, wieviel Holz er zu verkohlen hat, so macht er mit ausgedehnter Leine, wobei er einen zugespitzten Pfahl in der Hand hält, einen Kreis in gehöriger Weise rund um den Pfahl herum; er macht aber diesen Kreis lieber zu weit als zu eng. Nun macht er mit Hacke und Schaufel den zirkelrunden Platz ganz rein, sodass er eine vollkommen reine schwarze Erde hat, die fest ist. Die ausgeworfene Erde schüttet er gleichförmig um den Platz herum und bildet damit gleichsam einen Wall, dem andringenden Wasser bei häufigem und langwierigem Regen zu wehren. An dem abschüssigten Orte aber hauet er einen Graben in den Wall, um das Wasser abzuleiten, welches sich in der Grube allenfalls noch sammeln könnte; nun heisst dieser Platz eine Kohlgrube. Es ist nicht nötig, ja nicht einmal ratsam, dass sie tief sei, sondern es ist genug, wenn nur die Erde bloss und fest ist.

Nunmehr hat der Köhler den Platz bereitet, er fängt deswegen an, das Kohlholz herbeizufahren. Dieses schleppet er mittels eines Ochsen oder Pferdes herzu und legt es rund um den Wall der Kohlgrube. Sobald dieses geschehen, überschlägt er die Grösse seines Kohles und urteilet daher bloss nach dem Augenmasse, wie hoch es werden müsse (...). Darauf bindet er einen Wisch aus dürrem Reisig und steckt ihn senkelrecht in der Mitte der Grube an dem Pfahle in die Erde, sodass er fest stehe und so leicht nicht wanke. Die Höhe dieses Wisches, so auch die Weite der Kohlengrube, weden allemal nach der Menge des Holzes bloss nach dem Augenmasse überschlagen; doch vertut man sich nie, wenn auch die Kohlgrube etwas zu weit, und er Wisch etwas zu hoch gemacht würde. Nur dieses ist wesentlich nötig, dass der Wisch allemal einen guten Fuss hoch über das Kohl hervorrage. (...) Damit man sich noch einen besseren Begriff von der Sache machen könne, so betrachte man nur

Bild 15

die erste Figur der hinten angehängten Kupfertafel (siehe Abbildung 15), wo der Buchstabe A die Kohlgrube, B den Wall, C den Abzugsgraben und D den Wisch vorstellet. Ich (Jung) habe bei dieser Abzeichnung genau das Verhältnis der Höhe und Weite beobachtet. Ein ordentliches Kohl hat 13 bis 14 Fuss am Boden im Durchmesser und 7 bis 8 Fuss in der Höhe, dergestalt, dass es einer halben Kugel, wenn es fertig ist, ziemlich ähnlich siehet.

Sobald der Wisch, welcher auch in der Dicke das Verhältnis hat, wie auf der Kupfertafel zu sehen, fest eingesenkt ist, so nimmt der Köhler an demselben die Masse zu der Länge des Holzes, sodass der Wisch oben einen Fuss über dem Holze hervorrage. Nach dieser Länge hauet er mit seiner Axt das Holz in Stücken; was icker ist als der Schenkel eines Mannes oben unter der Hüften, das spaltet er kreuzweis durch, damit kein dickeres Holz in das Kohl komme, als das Schenkelbein oberhalb dem Knie ist, widrigenfalls würde es mit dem schmäleren Holz nicht zugleich gar oder in Kohlen verwandelt werden. Hingegen was schmäler ist als der Arm hinter der Hand, das legt er bei Seite, weil er dasselbe (...) zum Füllen und Decken brauchen muss. Sowie er nun das Holz hauet, so setzt er es lotrecht an den Wisch an, sodass es unten nicht zu weit abstehe, einesteils daarum, damit, wenn der Wisch ausgebrannt ist, das Holz oben nicht zusammenfalle und das Fülloch verstopfe, und anderenteils, damit unten nicht zuviel leerer Raum bleibe. (...) Das dickere Ende des Holzes wird immer oben gekehret, weil daselbst die Gewalt des Feuers heftiger ist als unten auf der Erde (...). Dazu ist es auch nützlicher, wenn das dickere Ende oben gekehret wird; denn auf der Erden bleiben immer einen halben Fuss lange Brände zurück, die nicht ganz verkohlen (...).

Die zweite Figur (auf der Kupfertafel von Jung) stellet ein völlig gesetzes Kohl nach seiner Proportion und Gestalt deutlich dar. E ist der hervor ragende Wisch, um welchen das Holz gesetzt ist. (...) Nachdem nun das Kohl gesetzt ist, so muss es auch gedeckt werden. Dieses geschieht mit einem dreifachen Dache. Erstlich versieht man es mit dem Knippdache, zweitens mit dem Rauhdache, drittens mit dem Erddache. Das Kohl muss mit der etwas feuchten schwarzen Kohlerde einen halben Fuss dick gedeckt werden; dieses kann aber auf das blosse Holz, sowie es gesetzt worden, nicht geschehen; die Erde würde zwischen dem Holz durchfallen (...). Überdem so ist das Kohl, wie auf der Figur zu sehen, an den Seiten ziemlich abschüssig, die Erde würde nicht haften, sondern abglitschen, besonders wenn Wind und starke Regengüsse darauf stürmeten, und endlich würde die Dacherde, welche von Regen und Rauch immer feucht ist, das äusserste Holz beständig nässen und also das Kohlen verhindern. Deswegen wird es erstlich genippdacht (Knippe, lt. Siegerländer Wörterbuch Gnebb(e)5 heisst der Köhler dasjenige Holz, welches ihm bei dem Setzen zu schmal und dünner als der Arm hinter der Hand war, sobald es in kleine Stücklein, die niemals kürzer als ein drittel Fuss und nie länger als ein ganzer Fuss, gehauen worden), dann gerauhdacht (mit Rasen und Moos, Raudach lt. Siegerländer Wörterbuch = Bräse und Moos (Raudach)5 - direkt auf das Holz gelegt würde Rasen und Moos auch in die Zwischenräume gelangen und das äusserste Holz verwickeln und den Zugang des Feuers verhindern), wie die Köhler sagen, und dann endlich mit Erde gedeckt. Wenn der Köhler das Kohl bis an den Wisch gedeckt, festgeschlagen und hübsch glatt und rund gearbeitet hat, ist es zum Anzünden fertig.

Bis dahin ging der Köhler alle Abend nach Hause, wenn er nicht allzu weit davon entfernet war; nunmehr aber versieht er sich mit Lebensmittel und macht Anstalten, drei bis vier Wochen auszubleiben. Sobald als er demnach bereit ist, nimmt er mit Händeschütteln Abschied von den Seinigen, verfügt sich in seine Einöde und bauet vorerst eine Kohlhütte, die ihm für diese Zeit zur Behausung dienen muss. Er nimmt drei Stangen, steckt sie im Dreiecke so weit von einander, dass er räumlich darin liegen kann. Diese Stangen bindet er oben zusammen in solcher Höhe, dass er aufrecht darin stehen kann. Diese pyramidenförmige Stellung belegt er mit lauter Stangen nahe beieinander, alsdann deckt er sie mit Reisern und endlich mit Rasen; oben lässt er ein Rauchloch, doch behängt er es mit einer grossen Rase, sodass er sicher vor dem Regen ist. Auf der vierten Figur kann man die Gestalt dieses bloss nach der natürlichen Notdurft eingerichteten Hauses sehen. I stellt die Türe vor, welche nach den künstlichsten Regeln der Baukunst bloss von Reisig zusammengebunden ist; man stösst sie auf eine Seite, wenn man heraus, und ziehet sie hinter sich wieder ins Loch, wenn man hinein will. Diese Hütte teilt man inwendig der Länge nach in zwei Teile. Eine Hälfte des Bodens gräbt man einen halben Fuss tief aus, legt drei dicke Steine an einen bequemen Ort, einen hinten und vor diesen an jede Seite einen (so wie ein griechisches II); dieses gibt den Feuerherd ab. Die andere Hälfte des Bodens gibt seine Schlafstelle; er schlägt ein paar starke Pfähle zur Seiten in die Erde, legt ein Holz dahinter und belegt den Boden dick mit Lauf und Moos; am Hauptende macht ers nach Belieben hoch, spreitet seinen Kittel dahin damit ihm das Moos nicht in das Gesicht komme, und deckt sich mit einem Spreusacke zu; so schläft er ruhiger als ein Mensch auf dem ganzen Erdboden schlafen kann (...).

Ich (Jung) habe mit wahrer Wonne die einsame Wohnung des Köhlers beschrieben; keine seligere Zeit habe ich erlebt und werde sie in dieser Welt nie wieder erleben, als jene, wo ich mit meinem ehrwürdigen Großvater in einer solchen Kohlhütte schlief. (...).

Dieses, was ich bis dahin von Zubereitung des Kohles erzählet habe, kann mit Recht die Vorarbeit genannt werden; nun fängt also die Hauptarbeit selbst an. Der Köhler steckt das Kohl an, und dieses tut er folgender Gestalt; er nimmt eine hölzerne Stange, etwa anderthalbe Zoll dick, macht sie vornen spitzig und sticht mit derselben Löcher obern rund um den Wisch, etwa einen Fuss von demselben durch das Erddach durch bis in das Rauchdach auf die Knippe. Diese Löcher werden auch rundum, eines einen Fuss weit von dem anderen, und zwar in einer schiefen Richtung gestochen, so wie auf der Kupfertafel die punktierten Linien K anweisen. Solchergestalt macht er drei Reihen Löcher rund um den Kopf des Kohles, wie ebenfalls auf dem Kupfer bei dem Buchstaben L zu sehen, und diese Reihen stehen unter sich ungefähr einen Fuss von einander. Wenn dieses geschehen, so zündet er oben den Wisch an, indem er dürres Reisig um denselben her legt, welches er in Flammen setzt. Nun verfolgt das Feuer den Wisch, und sobald die drei Reihen Löcher dick und weiss dampfen, und er Rauch mit geschwinder Bewegung herausströmt, so legt er oben das Loch mit einem breiten, starken Rasen fest zu, und so wird das Feuer gedämpft.

Zum Kohlenbrennen wird unumgänglich der Grad des Dampffeuers erfordert; ich (Jung) muss den Unterschied und die Natur desselben genauer bestimmen, damit man alle Handgriffe der Köhler desto besser verstehen möge. Jung beschreibt dann ausführlich unterschiedlich Feurergrade. Für das Gelingen des Meilers sei ein Dampffeuer notwendig, da dieses Gewächse in Kohle verwandle. Man dämpft das Feuer, damit es weder Glut noch Flamme zeige. Durch Auflegen des Rasens auf das Loch, durch das der Wisch ins Kohl hineingebrannt ist, hört die Flamme auf. Das Flammenfeuer verwandelt sich in ein Dampffeuer; die Luft strömt durch die Löcher hinein und auf der anderen (Seite) wieder heraus, oder wenn kein Wind ist, so schleicht sie sich zwischen den Rauchteilchen hinein und wieder heraus. Auf diese Weise wird ein Luftstrom erhalten, der immer unter dem Winkel von fünfundvierzig Graden ein- und ausfleusst, folglich kann das Feuer nicht verlöschen. Um den Ausgang des Rauches zu erleichtern, macht man die Löcher in einer schiefen Richtung zwischen zwanzig und dreißig Grade, würde man sie aber über fünfundvierzig Grade machen, so würde man bald Funken und Flammen herausfahren sehen.

Allein ich (Jung) habe vorhin gesagt, dass der Köhler oben um das Kohl drei Reihen Löcher stecke. Nun sollte man denken, sobald der Wisch tiefer brenne als die Löcher, so käme das Feuer unter den Luftstrom und müsse verlöschen. Dieses würde auch wirklich geschehen, wenn nicht anderer Rat geschafft würde; das Feuer des Wisches ist nicht stark, nicht anhaltend genug, um das dicke Holz um sich herum in Brand zu setzen. Derowegen, sobald die oberste Reihe Löcher anfängt dünner und blauer zu dampfen, so hat der Köhler einen Korb voll kleiner Knippen bereit (siehe auch 5), damit steigt er auf das Kohl, deckt die Rasen ab und füllet eilig das Loch damit an und deckt nun die Rasen wieder darauf und macht es fest zu, sodass nicht einmal Rauch herauskommen kann. Diese Knippe werden von dem Feuer des Wisches wiederum angezündet und geraten alle mit einander in ein Dampffeuer; diese stecken nun allmählich das Kohlholz rund herum an, und nun ist das Kohl ordentlich am brennen. (...)

Nunmehr gibt der Köhler acht, wenn die obersten Löcher nach Verlauf von zwo oder drei Stunden wieder dünner und blauer zu rauchen anfangen. Denn alsdann ist es ein Zeichen, dass das Fülloch obenher wieder leer geworden und die Knippe beieinander gesunken sei. Deswegen nimmt er wieder einen Korb neuer Knippen, deren keiner länger als einer Hand lang ist, damit sie sich im Loche nicht sperren mögen, steigt damit auf das Kohl, macht es wieder offen, stößt mit einer Stange oft hinein, damit er die verkohlte Knippen alle zerstoße und zusammenfallen fache, und nun füllet er das Loch wieder mit neuen Knippen bis oben an und deckt es wieder fest zu. Dieses wiederholet er alle zwo, drei bis vier Stunden, je nachdem er an dem Rauche siehet, dass es nötig ist; wenn aber das Kohl nun einmal ordentlich am brennen ist, sodass das Holz oben herum anfängt zu verkohlen, so geschieht das Füllen von sechs zu sechs Stunden.

Die Farbe des Rauches, sein geschwinderer und langsamer Ausflug und seine Dichtigkeit oder Dünnigkeit sind die Symptome des Feuers und Kohles, wonach man über seinen innerlichen Zustand urteilet. Solang noch wässerichte Teile im Holz sind, solang ist der Rauch weissgrau oder wolkenfarbig; je mehr aber dasselbe sich der Kohle nähert, je durchsichtiger und himmelblauer wird er. (...) Wenn das Feuer mit großer Gewalt brennet, so zeucht der Rauch mit grösserer Geschwindigkeit aus den Löchern heraus und ist dicht. Hingegen, wenn das Feuer träg ist, so steigt ein dünner weisslichter Rauch langsam aus den Löchern hervor. Nach diesen Zeichen richtet sich der Köhler in Regierung des Feuers und anderer Umstände.

Wenn nun die beiden obersten Reihen Löcher blau und dünne rauchen, auch dann noch, wenn das Kohl noch vor kurzem gefüllet worden, sodass sich von den neuen Knippen der Rauch nur wenig weisslich färbt, so ist das ein Zeichen, dass obenher das Dampffeuer bis unter das Kohldach durchgedrungen sei. Derowegen macht der Köhler einen Fuss breit unter der dritten Reihe Löcher eine neue Reihe, welche ebenfalls unter sich ungefähr einen Fuß voneinander stehen; sobald dieses geschehen, fängt das Feuer auch an, um so viel tiefer zu sinken. Der Wisch brennt nach, die Knippen folgen ihm und sinken und setzen das Holz um sich herum wiederum in Brand. Desgleichen steigt nun allmählich das Feuer in jedem Stücke Holze tiefer; endlich fangen die zwo obersten Reihen Löcher an, ganz dünnblau zu rauchen, und nun ist es Zeit, dass sie zugemacht werden. Der Köhler gibt acht: wenn die dritte Reihe Löcher von oben herab auch beginnt blau zu werden, so sticht er unter der untersten Reihe wiederum einen Fuss tiefer eine neue Reihe rund um das Kohl herum, und nun steigt er auf dasselbe, macht mit seiner Schaufel die alleroberste Reihe zu, indem er mit derselben die Erde zusaammenschlägt; auf der zweiten Reihe fängt er an mit den Füßen zu stampfen; dieses geschieht aber kurz nachdem er gefüllt hat, damit das Fülloch unter dem Stampfen nicht zusammenfalle. Das Holz ist nicht mehr so dick, wenn es in Kohlen verwandelt ist, als vorher; es ist sehr zusammengeschrumpfet, deswegen entstehet oben im Kohl mehr Raum, in welchen sich Luft setzen könnte, dadurch könnten die Kohlen inwendig anfangen zu glühen und Funken und Flammen durch die obersten Löcher herausfahren.  Es ist also notwendig, daß diser leere Raum verstopfet werde. Da nun das Holz im Verkohlen seine Biegsamkeit und Federkraft verlieret, (...) so bricht das verkohlte Holz leicht. Wenn daaher der Köhler oben um den Hals des Kohles herumgeht und mit den Füssen darauf stampft, so brechen die Kohlen unter ihm zusammen; man hört den dumpfern Klang derselben im Brechen, und dadurch wird abermals das Dampffeuer gesichert, indem aller Luftraum oben im Kohle verstopft wird.

Jedoch dieses ist noch nicht der Vorteil allein, den der Köhler aus diesem Stampfen zieht, sondern er hat auch ein gewisses Zeichen daran, ob das Holz wirklich in Kohlen verwandelt sei oder nicht. Solang nur noch ein Finger dick wahrer, unverkohlter Holzfasern in der Mitte eines Holzscheides sind, widerstehen sie dem morschen Bruch (...). Wenn derowegen der Köhler unter dem Stampfen ein solches Plätzchen findet, so sticht er ein paar Rauchlöcher an diesem Orte, gibt acht auf die Farbe des Rauches und seine Geschwindigkeit und versucht zuweilen mit Stampfen, ob das Holz verkohlet sei oder nicht. Das Rauhdach (...) verhindert auch, dass der Köhler nicht mit den Füssen während dem Stampfen durchfalle, wodurch er sich jämmerlich verbrennen würde; denn die Rasen sind zäh und widerstehen dem Brechen. Eben durch dieses Stampfen, welches der Köhler bis an die letzten Holzköpfe (siehe die zweite Figur bei G) fortsetzt, verändert der Kohl seine Gestalt und siehet aus, wie die fünfte Figur auf der Kupfertafel ausweiset (siehe Abbildung 15). 

Aus diesem allen lässet sich nun leicht einsehen, wie der Köhler bis ans Ende mit dem Kohle zu Werke gehe. Sowie die (jeweils) oberste Reihe Löcher anfängt, blauer und dünner zu dampfen, so sticht  er unten eine neue Reihe und schlägt die oberste zu, solang bis die unterste Reihe am Fuss des Kohles offen sind, und auch diese blau und dünne rauchen, so ist das Kohl gar, und das Holz ist in Kohlen verwandelt. Es ist aber wohl zu bemerken, dass die ganze Zeit über, da das Kohl am brennen ist, immer das Füllen mit Knippen fortgesetzt werden müsse. Der Köhler beobachtet darin eine gewisse Ordnung. Sobald das Feuer unten am Halse des Kohles ist, so ist gewiss, dass es nicht mehr auslösche. Derowegen füllet er es genau alle sechs Stunden, zu Mitternacht, morgens um sechs Uhr, mittags und abends um sechs Uhr. Die übrige Zwischenzeit des Tages bringt er mit Knippe hauen, mit Beobachtung des Kohles und auch wohl mit Verfertigung allerhand Hausgerätes zu.

Johann Heinrich Jung, genannt Stilling, beschreibt den ganzen Vorgang sehr ausführlich und langatmig, führt dann noch lang aus, wie das Feuer zu regulieren sei, indem Löcher zugefüllt werden bzw. indem man die Zahl der Rauchlöcher vermehret oder gar das Fülloch ein paar Minuten aufdeckt oder Holz oder Reisig durch das Fülloch auffüllt. Mitunter komme es vor, daß das Kohl einen Butten6 bekomme wenn das Feuer in ungleicher Richtung und Geschwindigkeit herabsteige, sodass das Kohl auf einer Seite geschwind gar wird und auf der anderen Seite roh bleibt. Der Köhler bemerke das am Stampfen und am Rauch und an der Farbe des Rauches. Wenn der Köhler auf einer Seite das Kohl leicht niedertreten kann, auf der anderen Seite aber nicht, oder wenn der Rauch auf einer Seite weiss und roh bleibt, auf der anderen aber blau und dünne ist, so verkohlt das Holz auf der Seite, wo es sich leicht niedertreten lässt, geschwinder und stärker. Das Mittel gegen diesen Zufall sei, dass man da alle Löcher zumacht, wo die stärkste Wirkung des Feuers ist, hingegen, dass man auf der rohen Seite viel mehrere Löcher sticht und dieses so lang, bis auf der rohen Seite das Holz verkohlt ist, wie man am Niedertreten und Farbe des Rauches wohl gewahr wrden kann. Wenn nun das Feuer wiederum gleichen Grad hat, so bringt man die Löcher wieder in ihre gehörige Ordnung, wie Jung schreibt. (...)

Sobald der Köhler wahrnimmt, dasss die unterste Reihe Löcher, welche nur eine Spanne über der Erde stehet, anfängt blau zu rauchen,so macht er die dritte  und vierte Reihe zu, sodass nur noch zwo Reihen brennen, wenn endlich auch diese dünne rauchen, so macht er alles zu, und so verlöscht das Feuer. Nachdem es nun einige Zeit so gestanden, so deckt man das Fülloch auf. Kommt noch Rauch heraus so deckt mans wieder zu, und zwar ganz fest. oder man sticht einige Löcher untenher ans Kohl. Wenn diese bald anfangen zu rauchen, so schlägt man sie wieder zu und läßt das Kohl erkalten. Hat man aber Wasser genug in der Nähe, so ist diese Vorsicht so gar nötig nicht; manm kann auslöschen, was etwa bei dem Ausbrechen der Kohlen noch brennt.

Wenn nun das Kohl ausgelöscht ist, so scharet man sittig das Dachwerk von demselben herunter, fördert es über den Wall hinaus, damit es nicht hindere, und die Grube rein bleibe, alsdann nimmt man die Kohlen nacheinander weg, schlägt die längeren Stangen in Stücke, die etwa einer Spannen lang sind, ladet sie in Korbkarren, (...) und fährt sie nach der Hütte. Kohlenstücke, die kleiner als etwa ein Hühnerei sind, werden zum Gerähsch (zum Ausgesiebten).7 gerechnet (so nennt man die Kohlen, welche mittels eines groben Siebes von der Erde gesäubert worden sind). Dieses Gerähsch wird nach Jung an Kleinschmiede verkauft, denen es zu ihrem Gebrauche recht dienlich ist, indem sie das Zerschlagen grösserer Kohlen dadurch ersparen.

Auf dem Boden des Kohles bleiben nun noch immer kleine Holzstücke übrig, die nicht völlig verkohlet worden, man nennt sie Brände. Diese dürfen nie länger als einen halben Fuß sein, wenn alles richtig zugegangen. Alle Brände werden auf einen Haufen beiseite geworfen. Wenn nun die Grube rein ist und alle Kohlen nach der Hütte geschaffet worden, so feget der Köhler die Grube wieder, steckt einen neuen Wisch und setzt von den Bränden ein neues Kohl hin, welches gemeiniglich sehr klein ausfällt. Man nennt dieses ein Brandkohl, womit er ebenso wie mit dem vorigen zu Werke geht.

Es ist aus diesem allem leicht einzusehen, dass es höchst nötig und wesentlich zu den guten Eigenschaften eines Kohlbrenners gehöret, dass er wachsam sei, bei dem Kohle bleibe, des Nachts öfters aufstehe und alles genau beobachte.

Dieses ist nun nach Jung-Stilling die eigentliche wahre Erzählung der Nassau-Siegenschen Methode Kohlen zu brennen. Sie ist absolut detailliert und so genau, daß jeder Schritt nachvollziehbar ist und man selbst zum Köhler werden könnte. Hier spürt der Leser, daß Jung oft mit seinem Großvater zusammen Kohlen gebrannt haben muss. Abschließend hier noch eine kleine Geschichte aus dem Werk von Jung, in der er erzählt, wie schwarze Schafe unter den Köhlern Betrügereien versucht haben. So führt er aus, daß Kohlenbrenner nicht leicht betrügen konnten. Er habe nur von einer erfahren: Weil die Köhler im Siegenschen nicht für Taglohn arbeiten, sondern von der Masse der Kohlen bezahlt werden, so ist leicht zu begreifen, dass es ihr Nutzen sei, wenn sie in weniger Zeit eine größere Menge Kohlen schaffen können. Es gibt wohl hier und da Köhler, die dieses Kunststück gelernt haben. Allein, es ist leicht zu entdecken und übel zu verbergen, daaher kann es nicht allzu wohl praktiziert werden. Sie eilen nämlich mit Weile, stechen neue Löcher, ehe die obersten Reihen gehörig blau rauchen, daaher haben sie gemeiniglich acht Tage früher ihre Arbeit beendet als andere, sie jagen das Feuer durchs Holz und machen also, das die Kohlen schwer werden. Da nun in diesem Fall das Holz nicht recht verkohlt wird, so nimmt es einen grösseren Raum ein, und der Köhler erhält dadurch auf allen Seiten Vorteile. Allein allzu hoch läßt sich dieser Betrug nicht treiben. Denn es ist wesentlich nötig, dass das Kohl, sowie es von oben herab gar wierd, zusammengestampft und mit den Füssen niedergetreten werde, wie ich (Jung) oben angeführet habe; dieses ist nun nicht ehr möglich, bis das Holz in Kohle verwandelt ist. Daher geben diese Betrüber genau acht; sobald es nur mit vieler Mühe tunlich ist, dass das Kohl sich niedertreten lässt, so tun sie es und erhalten auf diese Weise in kürzerer Zeit mehrere Kohlen. Allein dieser Betrug ist leicht zu entdecken (...).

Bild 16  - Die Arbeiten im Hauberg im Jahresverlauf

 

 

Quellennachweise

Textstellen

1Dauer der Betriebszeit eines Hochofens. Damit nicht zu viel Eisen produziert wurde (und dadurch die Verkaufspreise sanken) und wegen Wassermangels nicht alle Hütten auf einmal Wasser aus dem Bach zum Antrieb der Maschinen nutzten, aber auch, um die Wälder vor einem Raubbau zu schützen (Holz wurde zur Herstellung von Holzkohle benötigt), durften die Hütten viele Jahrhunderte lang nur an wenigen Tagen oder Wochen des Jahres betrieben werden. Das regelte die “Hüttenordnung” oder die “Hammerordnung”

2Nach dem Siegerländer Wörterbuch ist ein Hoach ein Hakenpflug, ein einfacher Haubergspflug ohne Räder mit schaufelförmiger Schar. Er diente zum Unterpflügen des Roggens, früher auch des Buchweizens im Hauberg, weil er leicht über die stehenbleibenden Wurzelstöcke gehoben werden kann - siehe hierzu das “Siegerländer Wörterbuch” von Jakob Heinzerling und Hermann Reuter, 2. Auflage, neu bearbeitet von Hermann Reuter, Herausgegeben von der Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Verlag Vorländer Siegen, 1968. Die Abbildung 13 zeigt einen Hoach und ist ebenfalls aus diesem Werk

3, 4 siehe hierzu das “Siegerländer Wörterbuch” von Jakob Heinzerling und Hermann Reuter, 2. Auflage, neu bearbeitet von Hermann Reuter, Herausgegeben von der Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Verlag Vorländer Siegen, 1968

5 siehe hierzu das “Siegerländer Wörterbuch” von Jakob Heinzerling und Hermann Reuter, 2. Auflage, neu bearbeitet von Hermann Reuter, Herausgegeben von der Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Verlag Vorländer Siegen, 1968. Demnach sind Gnebbe fingerlange Holzstücke, welche zu Unterhaltung des Feuers von oben in den Schacht des Kohlenmeilers geworfen wurden. Auch diente gemäß dem Siegerländer Wörterbuch eine Schicht von Gnebbe dazu, die (in einem Meiler) zu einer Halbkugel aufgestellten Hölzer von oben durch Ausfüllen der Zwischenräume abzudichten und die Unebenheiten in der Wölbung des Meilers auszugleichen. Über der geschlossenen Decke von Gnebbe befand sich das Raudach, ein Dach aus Bräse und Moos (Raudach)

6 siehe hierzu das “Siegerländer Wörterbuch” von Jakob Heinzerling und Hermann Reuter, 2. Auflage, neu bearbeitet von Hermann Reuter, Herausgegeben von der Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Verlag Vorländer Siegen, 1968. Demnach nach Meinung des Herausgebers des Heftes 9 der Siegerländer Beiträge zur Geschichte und Landeskunde “Beschreibung der Nassau-Siegenschen Methode Kohlen zu brennen”, also von Wilhelm Güthling wohl mit dem aufgeführten boddich = unreif zu übersetzen. e boddijer Jong ist demnach ein unreifer Junge.

7 siehe hierzu das “Siegerländer Wörterbuch” von Jakob Heinzerling und Hermann Reuter, 2. Auflage, neu bearbeitet von Hermann Reuter, Herausgegeben von der Stadt Siegen, Forschungsstelle Siegerland, Verlag Vorländer Siegen, 1968. Demnach nach Meinung des Herausgebers des Heftes 9 der Siegerländer Beiträge zur Geschichte und Landeskunde “Beschreibung der Nassau-Siegenschen Methode Kohlen zu brennen”, also von Wilhelm Güthling wohl mit dem aufgeführten räre = sieben zu übersetzen.

"Stadtmuseum Hilchenbach in der Wilhelmsburg" - Die vollständige Loseblatt-Dokumentation ist im Stadtmuseum als Museumsführer erhältlich.

"Wirtschaftsgeschichte des Hilchenbacher Raumes", Die Entfaltung der Wirtschaft im nördlichen Siegerland seit dem Mittelalter  von Friedrich-Wilhelm Henning, Copyright Hilchenbacher Geschichtsverein e.V., Hilchenbach 1987.

Die Grafik zur Arbeit im Hauberg im Wechsel der Jahreszeiten (Bild 16) wurde der Veröffentlichung "Reisen 2000 - Siegerland-Wittgenstein" des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein entnommen.

"Historischer Hauberg in Kreuztal-Fellinghausen", Tradition und Brauchtum, des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein e.V.. Die Abbildung 16 ist dort auch enthalten. Seit einiger Zeit gibt es hierüber auch sehr qualifizierte Internet-Sites. Klicken Sie hier um dorthin zu gelangen

“Von der Waldschmiede zur Eisenindustrie” von Friedrich Wilhelm Busch, Zweieinhalb Jahrtausende Eisenerzeugung und Eisenverarbeitung im Siegerland, verlag die wielandschmiede, Kreuztal, 1997

“Das künftige Waldgesicht des Siegerlandes” von Wilhelm Münker, Siegerländer Heimatkalender 1951, 26. Jahrgang, hrsgg. vom Siegerländer Heimatverein e.V., Siegen, Buchdruckerei Vorländer, Siegen, Verlag für Heimatliteratur

“Eisen und Silber - Wasser und Wald - Gruben, Hütten und Hammerwerke im Bergbaurevier Müsen” von Mathias Döring, verlag die wielandschmiede, H. Zimmermann, Kreuztal, Herstellung: Druckhaus Kay, Kreuztal, 1999

“Geschichtliches vom Siegerländer Hauberg” von Hermann Böttger, Siegerländer Heimatkalender 1952, 27. Jahrgang, hrsgg. vom Siegerländer Heimatverein e.V., Siegen, Buchdruckerei Vorländer, Siegen, Verlag für Heimatliteratur

“Hauberg am Ende? Was nun?” von Wilhelm Münker, Siegerländer Heimatkalender 1952, 27. Jahrgang, hrsgg. vom Siegerländer Heimatverein e.V., Siegen, Buchdruckerei Vorländer, Siegen, Verlag für Heimatliteratur

“Siegerländer Arbeitswelt”, Bilddokumente einer südwestfälischen Kulturlandschaft, Otto Arnold Photographie 1927 - 1938, Texte von Hanne-Lore Arnold, Detlev Arnold, Dr. Hartmut Laumann und Dieter Tröps, Verlag Arnold, Siegen 1985

Die Ausführungen über den Besuch Senckenbergs im Siegerland stammen aus “Johann Christian Senckenberg 1736 im Siegerland” von Karl Löber, Siegerländer Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Heft 23, Siegen 1980, Selbstverlag des Siegerländer Heimatvereins, Siegen

Historische Ausführungen von Jung-Stilling sind aus “Beschreibung der Nassau-Siegenschen Methode Kohlen zu brennen” mit physischen Anmerkungen begleitet von Johann Heinrich Jung, Siegerländer Beiträge zur Geschichte und Landeskunde, Herausgegeben im Auftrage des Siegerländer Heimatvereins von Wilhelm Güthling, Heft 9, Siegen 1958, Selbstverlag des Siegerländer Heimatvereins. Abbildung 15 ist ebenfalls aus diesem Werk

Bilder

Die Bilder 1 bis 4 und 8 bis 11 sind Fotos von Fotos aus dem Stadtmuseum Hilchenbach, Bild 12 zeigt die “Haubergsecke” mit zahlreichen Haubergsgeräten im Stadtmuseum Hilchenbach. Bild 13 ist aus dem “Siegerländer Wörterbuch” - Literaturhinweis siehe oben. Bild 15 stammt aus dem Heft “Beschreibung der Nassau-Siegenschen Methode Kohlen zu brennen”. Literaturhinweis siehe oben. Bild 16 stammt aus der Veröffentlichung “Historischer Hauberg in Kreuztal-Fellinghausen”. Literaturhinweis siehe oben. Die Bilder 5 bis 7 sind eigene Fotos und zeigen aufgeschichtete Kohlenmeiler in nicht abgedecktem Zustand sowie abgedeckt und in Brand. Bild 14 ist ebenfalls ein eigenes Foto und zeigt eine Einteilung des Haubergs bei Netphen-Herzhausen in Anteilsstreifen, in sogenannte Jähne.

 

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