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Egal wie das Wetter wird bzw. Frühlingserwachen auf Hilchenbacherisch
Am 1. März 2005 war in allen lokalen Printmedien eine Erinnerungsmitteilung der Stadtverwaltung Hilchenbach zu lesen: In Hilchenbach sowie in etwa der Hälfte der Ortsteile
sollte am 4. März 2005 die erste Astabfuhr des Jahres sein. Zu einem Zeitpunkt, als alle Meteorologen sich einig waren, dass zu der in den Hilchenbacher Ortsteilen je nach Höhenlage vorhandenen
Schneedecke von 10 bis 30 cm noch mehr Schneefälle vorhersehbar und wahrscheinlich sind und die Welt im Siegerland wohl bis auf weiteres noch unter einer dicken Schneedecke schlummern wird, kündigt die
Verwaltung in Hilchenbach für das Ende der Woche die Astabfuhr an. Das nennt man in Hilchenbach wohl Frühlingserwachen. Natürlich war der Termin der Astabfuhr lange zuvor geplant, aber ob der langfristig
vorhersehbaren Wetterlage hätte man den Termin auch rechtzeitig verschieben und die Verschiebung statt der Erinnerung werbewirksam verkünden können.
Gespannt waren mit mir viele Hilchenbacher, wie flexibel man im Rathaus im Umgang mit diesem Termin ist. Jedenfalls habe ich bis zur Abfuhrwochen und auch noch Wochen danach
noch keinen im Garten werkeln gesehen und die Astbündel, die man im Vorjahr noch geschnürt hat, durften unter der Schneedecke auch nur schwer zu finden gewesen sein. Immerhin war eine Astabfuhr zu dieser
Zeit schnell beendet. Das hat dann sicher die strapazierte Kasse der Stadt geschont.
Völlig unbegreiflich für mich, dass der zuständige Dezernent Michael Kleber zwar den Termin partout nicht verschieben wollte, dafür aber einen (teuren) zusätzlichen Termin
ins Auge fassen wollte. Schilda läßt grüßen und irgendwie scheint die Volkes Stimme im Rathaus wohl völlig uninteressant zu sein. Zudem scheint so eine Terminverschiebung wohl zu viel Unruhe in den
geordneten Alltag der Verantwortlichen solcher Schildbürgerstreiche zu bringen.
Der Verantwortliche im Rathaus sah das natürlich anders, er wollte die Bevölkerung nicht verunsichern und verwies auf das Landschaftsgesetz, nachdem man nach dem 1. März
nicht mehr schneiden dürfe. Klar, das deswegen auch der zweite Abfuhrtermin in den restlichen Ortschaften Hilchenbachs eine Woche später am 11. März 2005 nicht verschoben wurde, obwohl eine ähnliche
Schneesituation vorlag (ein Bild von der Wettersituation am 11.03.2005 siehe unten auf dieser Seite). Was glaubt der eigentlich, wann die Bäume denn
tatsächlich beschnitten werden und was warum handelt die Nachbarstadt Kreuztal nicht gegen das Landschaftsgesetz, wenn sie den ersten Abfuhrtermin erst Ende April anbietet? Meint man etwa, die ersten
Amselnester in den Büschen könnten gefährdet werden? Da fragt man sich dann auch, warum der nächste Abfuhrtermin im Juni nicht genauso gegen das Gesetz verstößt. Fragen über Fragen bleiben bei der
Handlungsweise im Rathaus. Mir erschließt sich die Logik im Rathaus jedenfalls nicht. Irgendwie war wohl auch die Mentalität “Augen zu und durch, die Presseberichte sind schon peinlich genug” im Rathaus
eingekehrt. Na, die Steuer- und Gebührenzahler freut’s jedenfalls nicht.
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