ahlering.de
Wetter egal

So oder so ähnlich sah es am Tag der geplanten Abfuhr des Astschnitts am 4. März 2005 noch in allen Ortsteilen in Hilchenbach aus. Je nach Höhenlage etwa 10 bis 30 cm Schnee

Stark gekürzter Leserbrief in der Siegener Zeitung vom 04. März 2005 (oben) bzw. vollständiger Abdruck des Leserbriefes in der Westfalenpost vom 5. März 2005 (rechts). Unten der gleiche Leserbrief aus der Westfälischen Rundschau vom 4. März 2005.

Die Siegener Zeitung hatte am 04.03.2005 den Leserbrief zwar stark gekürzt, griff das Thema jedoch erfreulicherweise auf und brachte am 5. März 2005 einen gut recherchierten Bericht nebst Kommentar von dem ersten Abfuhrtermin. Der Bericht sollte dem zuständigen Dezernenten bei der Stadt Hilchenbach, Herrn Michael Kleber, zu denken geben, wenn er glaubt und behauptet, bürgerfreundlich gehandelt zu haben, da der sie nicht mit einer Terminverschiebung verunsichert habe. Nach unserer Meinung war da unbedingt eine flexible Reaktion auf die Situation gefragt. Bedenklich seine Äußerung, dann eben einen weiteren Termin planen zu wollen. Das kostet schließlich des Bürgers Geld. Und das, obwohl die Kassen der Stadt sowieso chronisch leer sind. Allüberall war im Bekanntenkreis nur Erstaunen darüber vernehmbar, dass bei so einer Wetterlage Astschnitt abgefahren werden soll und man nicht an eine Terminverschiebung denkt.

Auch am zweiten Termin, am 11. März 2005, als in Ortsteilen wie Ruckersfeld und Oechelhausen die Äste abgefahren werden sollten, herrschte noch tiefes Winterwetter vor.

Egal wie das Wetter wird bzw. Frühlingserwachen auf Hilchenbacherisch

Am 1. März 2005 war in allen lokalen Printmedien eine Erinnerungsmitteilung der Stadtverwaltung Hilchenbach zu lesen: In Hilchenbach sowie in etwa der Hälfte der Ortsteile sollte am 4. März 2005 die erste Astabfuhr des Jahres sein. Zu einem Zeitpunkt, als alle Meteorologen sich einig waren, dass zu der in den Hilchenbacher Ortsteilen je nach Höhenlage vorhandenen Schneedecke von 10 bis 30 cm noch mehr Schneefälle vorhersehbar und wahrscheinlich sind und die Welt im Siegerland wohl bis auf weiteres noch unter einer dicken Schneedecke schlummern wird, kündigt die Verwaltung in Hilchenbach für das Ende der Woche die Astabfuhr an. Das nennt man in Hilchenbach wohl Frühlingserwachen. Natürlich war der Termin der Astabfuhr lange zuvor geplant, aber ob der langfristig vorhersehbaren Wetterlage hätte man den Termin auch rechtzeitig verschieben und die Verschiebung statt der Erinnerung werbewirksam verkünden können.

 

Gespannt waren mit mir viele Hilchenbacher, wie flexibel man im Rathaus im Umgang mit diesem Termin ist. Jedenfalls habe ich bis zur Abfuhrwochen und auch noch Wochen danach noch keinen im Garten werkeln gesehen und die Astbündel, die man im Vorjahr noch geschnürt hat, durften unter der Schneedecke auch nur schwer zu finden gewesen sein. Immerhin war eine Astabfuhr zu dieser Zeit schnell beendet. Das hat dann sicher die strapazierte Kasse der Stadt geschont.

Völlig unbegreiflich für mich, dass der zuständige Dezernent Michael Kleber zwar den Termin partout nicht verschieben wollte, dafür aber einen (teuren) zusätzlichen Termin ins Auge fassen wollte. Schilda läßt grüßen und irgendwie scheint die Volkes Stimme im Rathaus wohl völlig uninteressant zu sein. Zudem scheint so eine Terminverschiebung wohl zu viel Unruhe in den geordneten Alltag der Verantwortlichen solcher Schildbürgerstreiche zu bringen.

Der Verantwortliche im Rathaus sah das natürlich anders, er wollte die Bevölkerung nicht verunsichern und verwies auf das Landschaftsgesetz, nachdem man nach dem 1. März nicht mehr schneiden dürfe. Klar, das deswegen auch der zweite Abfuhrtermin in den restlichen Ortschaften Hilchenbachs eine Woche später am 11. März 2005 nicht verschoben wurde, obwohl eine ähnliche Schneesituation vorlag (ein Bild von der Wettersituation am 11.03.2005 siehe unten auf dieser Seite). Was glaubt der eigentlich, wann die Bäume denn tatsächlich beschnitten werden und was warum handelt die Nachbarstadt Kreuztal nicht gegen das Landschaftsgesetz, wenn sie den ersten Abfuhrtermin erst Ende April anbietet? Meint man etwa, die ersten Amselnester in den Büschen könnten gefährdet werden? Da fragt man sich dann auch, warum der nächste Abfuhrtermin im Juni nicht genauso gegen das Gesetz verstößt. Fragen über Fragen bleiben bei der Handlungsweise im Rathaus. Mir erschließt sich die Logik im Rathaus jedenfalls nicht. Irgendwie war wohl auch die Mentalität “Augen zu und durch, die Presseberichte sind schon peinlich genug” im Rathaus eingekehrt. Na, die Steuer- und Gebührenzahler freut’s jedenfalls nicht.

Bilder, die selbst noch nach dem zweiten Astabfuhrtermin von der Unsinnigkeit der Astabfuhr in den Ortsteilen Hilchenbachs zeugten. Entstanden sind die Bilder (v.l.n.r.) am 13. März 2005 in Alt-Hilchenbach (Siedlung), in Hilchenbach-Vormwald (Blick auf Vormwald, der bis nach Alt-Hilchenbach reicht) und in der Gillerbergstraße in Hilchenbach-Lützel