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Schulgeschichte

Die Entwicklung der Bildung und Kultur im Hilchenbacher Raum und die Schulgeschichte in Hilchenbach ist auch fest verbunden mit der Geschichte zweier Lehrerbildungsstätten, die bis zur Reform der Volksschullehrerausbildung  in Hilchenbach ansässig waren. Die Geschichte der Volksschulen in den einzelnen Ortsteilen Hilchenbachs ist auf einer eigenen Site “Ortsteile+Schulen” dargestellt

Bild 1 + 2 - Das frühere Jung-Stilling-Gymnasium (bis 2008), in die ab 2008 endgültig die Carl-Kraemer-Realschule eingezogen ist, beherbergte früher das Lehrerseminar in Hilchenbach, neben dem Höheren Lehrerinnenseminar (Stift Keppel) eines von zwei Volksschullehrerausbildung sstätten in  Hilchenbach. Das Jung-Stilling-Gymnasium wurde 2008 aufgelöst, die Hilchenbacher Gymnasiasten gehen nunmehr zum Stift Keppel in Allenbach

Bildung, Entstehung des Schulsystems und Schulgeschichte

Für die Entwicklung des Hilchenbacher Raumes und der Möglichkeiten der hier lebenden Menschen war die Entstehung des Schulsystems von Bedeutung. Obgleich lange Zeit während des Mittelalters und auch darüber hinaus die Klöster hier wichtige Aufgaben wahrnahmen, kamen aus Keppel wie aus vielen anderen Klöstern keine entsprechenden  Einflüsse. Hier herrschte das Pfründen- und damit das Versorgungsdenken bis in das 16. Jahrhundert vor.

Die erste Schule in Hilchenbach

Urkundliche Notizen über die erste Schulgründung im Kirchspiel Hilchenbach finden sich leider nicht mehr vor. Luther hatte sich 1524 an die Ratsherren deutscher Städte gewandt mit der dringenden Bitte, “daß sie sollten Schulen bauen”. Wo noch keine Schulen bestanden, wurde vor allem der Kathechismus durch Vorlesen nach dem Gottesdienst in seinen wichtigsten Passagen eingeprägt. Wo es zu Schulgründungen kam, beauftragte man zuerst die Küster mit dem Unterricht der Jugend.

Die ersten Schulgründungen bei uns im Siegerland müssen wir in der Zeit des geistig regen Fürsten Johann VI (1559 – 1606) suchen. Die erste Schule in Hilchenbach wird um 1590 gegründet worden sein. Erstmalig erwähnt wird sie 1619. Die damalige Rechnung vermerkt: “Item an der schuel 2 person gekleifft Und 1 Karr Leimen sampt gerten hierzu geholt zusammen für Kost und Lohn 18 albus 4 Pfg.” Sie war der Kirche angegliedert und daher für das Kirchspiel Hilchenbach zuständig, d.h. für einen großen Teil des heutigen Stadtgebietes. Sie bestand als Kirchspielschule bis sie 1846 an die Stadt überging. Dies bedeutete, daß sie aus Kirchenmitteln unterhalten wurde.

Besucht wurde sie von den Kindern sämtlicher zum Kirchspiel gehörenden Orte. Es ist fast unbegreiflich, wie die Kinder damals die weiten Wege gemacht haben. Selbst von Lützel kamen sie herunter nach Hilchenbach. Dieses besagt jedoch nicht, daß alle Kinder teilnahmen. Manche werden die Wege gescheut oder kein Interesse gehabt haben oder auch vorwiegend nur zeitweise gekommen sein. Zu der Zeit und auch noch später war die Schule vorwiegend eine Winterschule.

Bild 3 - Die 1848 erbaute Schule an der Kirche am Markt in Hilchenbach in der heutigen Hilchenbacher Straße

Die weiten Wege haben dazu beigetragen, daß schon sehr früh die umliegenden Landorte ihren eigenen Schulbetrieb unterhielten, obwohl zunächst noch keine Schulgebäude errichtet wurden. Das geschah erst später.

Aber auch wenn sie sich selbständig machten und ihre Kinder durch Männer aus dem eigenen Ort oder der Nachbarschaft unterrichten ließen, so achtete die Pfarrei und auch das Konsistorium (Oberaufsicht) in Siegen darauf, daß sie ihre damals fälligen Naturalabgaben zur Besoldung des Kirchspiellehrers in Hilchenbach beisteuerten. Aufschlußreich ist hier eine Beschwerde der Gemeinden Lützel, Ruckersfeld, Oechelhausen und Grund aus dem Jahre 1655 über eine an sie ergangene Aufforderung, die für den Schulmeister in Hilchenbach zu leistende Beisteuer zu zahlen. Die Beschwerde vom 10. Januar 1655 und Randvermerke vom 18. Januar 1855 des damaligen Pfarrers Joh. Henr. Schmidt machten deutlich, daß die genannten Ortschaften teilweise schon eigene Schulmeister angenommen hatten und ernergisch das Ansinnen abwehrten, ihre Kinder nach dem Kirchspielort zur Schule zu schicken oder auch etwas zu den Lasten der Kirchspielschule beizusteuern, wie der Pfarrer es verlangte. 1696 führt der Fleckenschullehrer und 2. Pastor in Hilchenbach, Wilh. Friedr. Flender, in einer Spezifikation seines Traktamentes u.a. auf 5 Rtlr., die er “wegen der Kinder außerhalb des Fleckens alß Von Helberhausen, Lützel, Ruckersfeld, Euchelhausen, Hadem, Haarhausen, Allenbach und Grundt (welche alle ihren eigenen Schulmeister haben) bekomme. Hiernach ist das Bewußtsein noch lange in den Ortschaften lebendig geblieben, nach Hilchenbach schulisch verpflichtet zu sein, obwohl man die Kinder in den Orten selbst unterrichten ließ. Und  beim Konsistorium in Siegen dachte man nicht anders. 1695 “wirdt – als man einen Lateinlehrer in Hilchenbach einstellen will – den Wällergründern, Ruckersfeldern, Oechelhäusern, Gründern, Allenbachern, Haarhäusern und Lützelern zu ihrer disposition gestellt, entweder ihrer Kinder nachher Hilchenbach in die schuhl zu schicken oder nach befinden die gebühren dem neuen ahngeworbenen praeceptori zu entrichten und also einen schulmeister nichts destoweniger bei ihnen zu verpflegen”.

Schulgebäude sind erst später erbaut worden, als erstes wohl Helberhausen vor 1660. Lützel wohl sehr bald darauf, dann folgen Ruckersfeld 1710, Vormwald 1729, Allenbach 1743, Oechelhausen 1790 und Grund 1792. Die drei ersten Schulgründungen in Helberhausen, Lützel und Ruckersfeld waren Kapellenschulen, die primär gottesdienstlichen, nicht schulischen Zwecken dienten. Anders die späteren Schulen. Im Jahre 1793 vermerkt eine Akte: “ Im Kirchspiel Hilchenbach befinden sich drei Kapellen, eine in Helberhausen, eine auf der Lützel und eine zu Ruckersfeld. In keiner der Kapellen wurde auf Sonn- und Feiertag gepredigt, sondern im Sommer wurde, wann es der Herr Pastor anzeigte, in der Woche eine Predigt von dem Herrn Pastor gehalten und zugleich auch die Kinderlehre vorgenommen und zwar zu Helberhausen sechsmal, auf der Lützel dreimal, zu Ruckersfeld ebenfalls dreimal.” Sonntags dagegen musste der Schulmeister eine Predigt vorlesen. Daß das kirchliche Interesse dem schulischen vorging, wurde daran sehr deutlich, daß z.B. in Ruckersfeld unten der Kirchenraum, oben aber der Schulraum, letzterer in offenbar sehr großer Enge, vielleicht sogar mit nur einem einzigen Fenster, war. In Helberhausen war es umgekehrt. Lützel hatte nur einen Raum. Überall aber war im kirchlichen Raum eine Kanzel oder ein Lesepult, von wo aus der Lehrer die Predigt vorlas.

Jedoch darf die Wirkung dieser Schule nicht überschätzt  werden. Bei der schlechten Vorbildung der Lehrer, die häufig wie auch in Hilchenbach noch Küster oder Glöckner waren, stand das Lernen des Katechismus - bis in das 19. Jahrhundert - im Mittelpunkt des Unterrichts, begleitet von ein wenig Lesen, Schreiben und Rechnen. Aber es war ein Anfang gemacht worden, auch wenn eine Weiterentwicklung für lange Zeit unterblieb. Im allgemeinen war das Interesse für die Schule auffallend rege. Das beweist die Fülle der Eingaben, die wegen schlechter Lehrer an Konsistorium und Fürsten gemacht wurden. Besonders geht es darum, daß die Jugend im Worte Gottes unterwiesen wird. Ein Dorflehrer musste sich allezeit unter schärfster Kontrolle der Öffentlichkeit wissen. Ihm wurde nichts nachgesehen. Dies wird ferner auch deutlich an den großen Opfern, die die gesamte Kirchengemeinde und die einzelnen Orte für ihre Schulen unter viel Mühe gebracht haben. Es besagt etwas, wenn die kleinen Landorte durch Rodung von wüstem Gelände jeweils einen Fond für Unterhaltung von Schule und Lehrer schufen.

Die erste  Mädchenschule in Keppel

Die Gründung von öffentlichen Schulen geht bis in die Zeit der Reformation zurück. Die Mädchenschule im Kloster Keppel, die ab etwa 1540, vermutlich ab 1538 bis 1626 bestanden hat, also von der Einführung der lutherischen

Bild 4 - Stift Keppel im Jahre 2000 - Ein Ort mit einer langen Historie auch in der Schulgeschichte Hilchenbachs. Ab 2008 ist es das einzige Gymnasium in Hilchenbach

Reformation  bis zum Jesuitenkonvent (siehe die Site "Geschichte" auf dieser Homepage), war wohl die älteste Schule im oberen Ferndorftal. So wurde deutlich, daß man eine schulische Ausbildung bereits zu schätzen wußte. Es war eine Schule für Töchter des Adels, vor allem des Siegerländer Adels, die allerdings 1626 in die durch die Rekatholisierungsbemühungen entstehenden Wandlungen einbezogen und wieder aufgelöst wurde.

Niedriger Stand der Bildung

Über den niedrigen Stand der Bildung nicht so sehr der Bevölkerung als im kirchlichen Bereich und bei den herrschenden Schichten unterrichten die Hexenprozesse, die auch nach der  Veröffentlichung des Buches "Cautio criminalis" im Jahre 1630/31 durch den Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld (1591 bis 1635) weiterhin von der katholischen Kirche, teilweise von den reformierten und lutherischen Theologen fortgesetzt, veranstaltet wurden. Sie führten im Hilchenbacher Raum im Jahre 1653 zu einem letzten Höhepunkt des Hexenwahns und der Hexenverfolgung. 14 Frauen und 4 Männer wurden durch das Hilchenbacher Gericht wegen Abgötterei und Zauberei zum Tode verurteilt, 10 davor wurden bei lebendigem Leibe verbrannt, weil sie ihre "Schuld" nicht

Bild 5 - Stift Keppel im Jahre 2000

bekennen wollten, die übrigen 8 wurden enthauptet, weil sie ihre "Schuld" - unter dem Einfluß entsprechender Foltermethoden - bekannt hatten. Die Zahl der Ermordeten ist um so schrecklicher gewesen, weil dieses immerhin fast ein Prozent der Bevölkerung dieses Gebietes gewesen ist. Die Tragweite kann man erst ermessen, wenn man sich vor Augen führt, daß dies etwa 120 bis 140 Einwohnern in der heutigen Stadt Hilchenbach entsprochen haben würde (Stand Mitte der 1980er Jahre).

Entstehung der Schulen durch die Kirchen

Mit dem Übergang zur Reformation im Kirchspiel Hilchenbach wird – wie erwähnt - 1619 erstmals eine Schule urkundlich erwähnt.

Aus dem Armenfonds der Gemeinde, der durch eine Schenkung  des Grafen Wilhelm 1000 Gulden erhalten hatte und von der Kirchengemeinde verwaltet wurde, wurden 1646  500 Gulden für den Neubau einer Schule abgezweigt. Diese Schule wurde dann in den sechzehnhundertfünfziger Jahren gebaut. Im Sommer 1672 wurde sie von 20, im Winter von 80 Kindern besucht. Wie in anderen Gegenden Deutschlands üblich, bestand auch in Hilchenbach im Sommer nur ein begrenzter Schulbesuch, da die Kinder in der Landwirtschaft mitzuarbeiten hatten. Im übrigen kann man wohl davon ausgehen, daß 20 Kinder etwa einen Jahrgang ausgemacht hatten, so daß der Schulbesuch höchstens vier Jahre dauerte oder, wenn er länger war, die einzelnen Jahrgänge nur unvollständig erfaßt wurden. Immerhin bedeutete aber die Möglichkeit zum Schulbesuch einen wichtigen Schritt auch zur weiteren Qualifikation allgemein, vor allem aber auch im beruflichen Leben. Für die spätere Zeit folgen nachstehend im Abschnitt “Der Schulbetrieb” noch genauere Angaben.

Der Schulbetrieb

Die Jahre, in denen die Kinder die Schule besuchten, haben geschwankt. Aus der Frühzeit liegen keine Notizen vor. 1775 wird bemerkt, daß sie, anstatt bis dahin von 7 bis 13 jetzt schon von 6 Jahren an und bis zu 14 Jahren gehen könne. Die weiten Wege der Frühzeit bedingten, daß die Kirchspielschule in Hilchenbach vorwiegend als Winterschule bestand. Auf dem Lande waren gleichfalls im Sommer die Kinder durch die Arbeit abgehalten. Erst 1811 berichtet P. Schepp, daß nunmehr der Unterricht in allen Schulen das ganze Jahr hindurch gehalten werde. Dennoch, als 1829 Inspektor Achenbach die Schule in Hilchenbach besuchen wollte, bat Lehrer Weisgerber ihn, nicht vor beendeter Kartoffelernte zu kommen, weil bis dahin seine Schule noch mangelhaft besucht sein werde, “wie das überhaupt von Frühjahr bis hierher in den Oktober der Fall ist”.

Die Besuchsdisziplin musste sich zunächst sowohl bei den Schülern wie bei den Eltern entwickeln. Um 1800 haben die Lehrer monatlich regelmäßige Versäumnislisten einzureichen, was aber längst nicht immer geschieht. Versäumnisse wegen Krankheit sind relativ selten. Dagegen fehlen z.B. 1821 in Hilchenbach in einem Monat unentschuldigt Kinder im Minimum 8 mal, im Maximum 13 Kinder mehr als 10 mal und bis zu 19 mal. Bürgermeister Reifenrath in Hilchenbach läßt auf Bitten von Pfarramtskandidat P. Trainer unverzüglich durch den Polizeidiener bei mutwilligen Schulversäumnissen für jeden Tag einen halben Groschen Strafgeld erheben und wo nötig pfänden. Das Geld wurde für nötige Schulbücher verwendet. Interessant ist die Pfändungsliste:

“Franz Roth – ist sehr arm

Joh. Homrich – wollte für seine Pflegebrüder nichts bezahlen

Joh. Henr. Klaus – gepfändet eine Holzaxt – hat bezahlt

Jac. Klein – ein eisern dopf – hat bezahlt

Philipp Jüngst – ein kupferne Wasserscheppe – bezahlt

Jost Henr. Münker – eine Kaafe Mühle (!)

Schmidt, der Schefges – ein Pfahleisen, welches bei Herrn Pastor sein Sohn ist

Justus Irle – eine Kuchenpfanne – bezahlt”

Die Pfänder wurden nach 3 Tagen verkauft. An Strafgeld gingen ein 12 Groschen. Solche Pfändung geschah aber erst, nachdem die betroffenen Eltern zunächst durch den Ältesten, sodann durch den Pfarrer mündlich oder schriftlich ermahnt worden waren.

Der Unterricht war zunächst ganz einseitig auf den Glauben hin orientiert. Er hatte vor allem in Bibel und Kathechismus einzuführen. Rechnen war zunächst noch kein Unterrichtsfach, wohl aber Lesen und Schreiben. Später kam das Singen dazu. Und das Rechnen? Erst 1780 erläßt das Konsistorium in Siegen eine Weisung, daß “viele Schulmeister im Lande dafür hielten, daß das Rechnen nicht zu ihrem Amte gehöre. Nachdem aber das Rechnen allerdings mit zum Schulunterricht mitgehört, indem solches den Landleuten oft ebenso nützlich als Lesen und Schreiben ist, so wird dem Herrn P. Winckel hiermit aufgegeben, die Schulmeister seines Kirchspiels anzuhalten, ihren Schülern auch in der Rechenkunst wöchentlich etliche Stunden ohnfehlbar den nöthigen Unterricht zu geben”. 1810 musste der Rechenunterricht teilweise nocht besonders vergütet werden, galt also als zweitrangig. In Hilchenbach wird er um die gleiche Zeit abends und in Nebenstunden erteilt.

Noch später wurde Geographie in den Unterricht einbezogen. Dagegen widmete man schon recht früh dem Obstbau Interesse. 1781 ordnete das Konsistorium die Anlage von Baumschulen an. Das Obst musste ein kaltes Klima vertragen und früh reifen. Wohl als erster Pfarrer der Synode forderte 1811 der Pastor Schepp systematische Lehrpläne.

Von Lehrbüchern hörte man sehr wenig. Erst um 1820 finden sie Erwähnung bzw. werden 1824 als in Gebrauch befindlich aufgeführt:

  • Der Snellsche Kathechismus
  • Der in mehreren Schulen noch gebräuchliche Heidelberger Kathechismus
  • “Als Erbauungsbuch” die Bibel
  • Das neue Gesangbuch, das in den nassau-oranischen Landen eingeführt war
  • Seit 1808 wurden Schulprüfungen gehalten. Sie fanden in der Kirche vor versammelter Gemeinde statt. Pastor Schepp war es auch, der als erster 1808 Winterschulen für die Schulentlassenen einrichtete. Sie gingen aber bald wieder ein, weil sie schlecht besucht wurden, “eine traurige Folge großer Armut, die die Eltern nötigt, sobald sie einen Ausweg haben, ihre Kinder von sich zu tun, damit sie sich selbst ihre Kost verdienen können”.

    Auffallend ist, daß unter der Fülle von Schulakten sich kaum eine mit Schülerstrafen befaßt, ein Zeichen, daß die Prügelstrafe doch wohl nicht so brutal und allgemein gewesen ist wie man es meist darstellt. Über Anschauungsmaterial ist gleichfalls kaum etwas vermerkt.

    Die Lehrer

    Zunächst boten sie sich zum Schuldienst weithin an, sowie sie von einer freien Stelle erfuhren. Sehr oft waren es Männer aus dem gleichen Ort. Erst später meldeten sich Fremde. Die ersten Lehrer z.B. in Helberhausen tragen alle heute dort noch vorkommende Namen. Von Beruf waren sie oft Weber, Hirten und Schäfer, weniger Bauern. Eine Vorbildung hatten sie entweder gar nicht oder nur soweit sie sich bei einem bekannten Lehrer im Ort oder in der Nachbarschaft, hier und da auch einmal bei einem Pfarrer, etwas angeeignet hatten. In den vorliegenden Bewerbungsgesuchen benennen sie meist die Lehrer, bei denen sie etwas profitiert haben. Die Entscheidung über ihre Einstellung traf allermeist die Ortsgemeinde, später im Einvernehmen mit dem Pastor, oft aber auch gegen sein Votum. Natürlich spielten persönliche Beziehungen, guter Ruf und Sympathie dabei eine Rolle. Zunehmend suchte dann doch das Konsistorium über den Pfarrer Einfluß auf die Besetzung. 1771 hält das Konsistorium die Gemeinde an, alle Schulmeister kirchenbehördlich berufen zu lassen. 1772 erfolgt die Verordnung, daß alle Schuldiener, die nur von den Vorstehern berufen wurden, durch Konsistorium zu bestätigen seien. 1790 tauchen in den Presbyteriumsprotokollen erste Spuren davon auf, daß das Presbyterium sich auch seinerseits mit der Besetzung der Lehrerstellen befaßte.

    Ab 1827 wurden keine Lehrer mehr eingestellt, die nicht auf einem Lehrerseminar gewesen und dort geprüft worden sind. Lehrer lebten oft als Freiwild in einem Dorf und für die Weiterbildung der Lehrer geschah erst spät etwas. Nach 1840 kam ein Seminardirektor öfter ins Siegerland, blieb 14 Tage und sammelte die Lehrer auf drei Konferenzen. Jährliche Lehrerfeste, die der Geselligkeit und der Fortbildung dienten, wurden seit der gleichen Zeit gehalten.

    Kein Wunder, wenn sich bei solch oberflächlicher Auswahl und mangelnder Vorbildung der Lehrer immer wieder Klagen über sittliche Verfehlungen fanden. Lehrer waren ohne nennenswerte höhere Interessen in das dörflich-bürgerliche Milieu eingebettet. Es gab strenge Vorschriften. Kartenspielen und Kegelschieben war den Lehrern 1837 neben anderen Dingen strikt untersagt.

    Ein unerquickliches Thema war anfänglich auch die Besoldungsfrage bei Pfarrern wie bei Schulmeistern. Vereinbart wurde meist ein Gehalt in sehr unterschiedlicher und meist erschütternd ärmlicher Höhe, wozu dann noch Naturallieferungen oder der Kostumgang kamen. Die Barentschädigung richtete sich nach der Größe des Ortes, nach der Person des Schulmeisters und nach der wirtschaftlichen Lage und dem guten Willen der Bewohner. In der ersten Zeit wurde in Hilchenbach die sogenannte Hafergarbe eingesammelt. Zudem je Familie ein oder mehrere Laib Brot. Hinzu kam das sogenannte Wachsgeld, ein von den Zünften aufzubringender Betrag. Einen geringen Betrag schoß auch die kirchliche Almosenkasse zu. Später erhöhten sich die Barbeträge. So zahlte Hilchenbach 1810 jedem seiner beiden Lehrer 150 Rtlr., Helberhausen 40, Vormwald 28, Lützel 32, Grund 22, Ruckersfeld 36, Allenbach 38. So stand es auf dem Papier. Die Frage war immer, wieviel tatsächlich gezahlt wurde. Es gab viele Klagen, mit denen sich die Lehrer an das Pfarramt und selbst an den Fürsten wendete.

    In den Landorten, besonders in den entfernteren, war der Kostumgang des Lehrers Brauch. Aber auch Hilchenbach hat ihn gehabt. Nach 1800 drängten kirchliche wie weltliche Behörden zunehmend auf eine Abschaffung. Aber das setzte sich kaum durch. 1810 erklären sich Hilchenbach, Helberhausen und Allenbach zur Abschaffung bereit. Das Gehalt des Lehrers wurde von 20 auf 50 Rtlr. erhöht. Vormwald, Lützel, Grund und Ruckersfeld waren einverstanden, erwarteten aber eine Gemeindehilfe, da sie von sich aus zu schwach seien. 1814 ist aber auch in Hilchenbach noch nichts geschehen. In Stadt und Land erklären die Ältesten dem Pastor Trägel, daß sie in diesen armen Zeiten wohl den Schulmeister ernähren, nicht aber bares Geld geben können. Die Regierung besteht aber nach wie vor sowohl auf eine durch sie zu geschehene Anstellung wie auch auf Abschaffung jenes “Unfugs”. Dabei herrschte in den Lehrerhäusern brennende Armut. Hinzu kam, daß der Lehrer das ihm zustehende Bargehalt selbst noch von Haus zu Haus einkassieren musste. 1816 legt der Lehrer Kocher aus Müsen zwei Listen über Ausstände vor. Nach der einen haben im letzten Halbjahr 6, nach der anderen 63 Gemeindemitglieder nichts bezahlt. 1822 besteht die Unsitte immer noch. 1830 haben von den 25 Lehrern des hiesigen Aufsichtsbezirkes 8 das Minimum, 5 haben 24 bis 36 Taler sowie die Kost im Reihenumgang, 12 beziehen über 80 Taler. 1832 berichtet Inspektor Achenbach, daß der Lehrer Achenbach in Flammersbach (nicht zu Hilchenbach gehörend) buchstäblich kein Brot im Hause gehabt habe. Aufgehoben konnte der Kostumgang aber immer nur, wenn sämtliche Gemeindemitglieder damit einverstanden waren.

    Trotz allem konnte Inspektor Achenbach 1831 über erfreuliche Fortschritte im Erziehungswesen berichten. Das Interesse der Eltern werde allgemeiner. Zwischen Lehrern und Gemeinde bilde sich ein gutes Verhältnis, die Schulversäumnisse ließen nach und die Lehrer blieben länger auf ihren Stellen. Keine sittlichen Verfehlungen waren vorgekommen und es gab keinen Fall von inhumaner Behandlung von Kindern. Den Fortschritt führt er auf den guten Einfluß der Seminare, noch bestehende Mängel auf die drückende Armut zurück.

    Wie man an den Seminaren die Zügel mehr und mehr straffte mag daraus zu ersehen sein, daß man bei der Aufnahme laut einer Verfügung aus dem Jahre 1855 verlangte, daß die Bewerber 50 Kirchenlieder, die Kinder aber später von diesen 50 wiederum 30 auswendig können müßten. Welch guter Einfluß von den Seminaren ausging beweist nichts besser als die Erfahrungen, die wir in der engeren Siegerländer Heimat mit den in Hilchenbach ausgebildeten Schulmännern gemacht haben.

    Es gab große Unterschiede im Siegerland, was die Anzahl der Schulkinder anging, die von einem Lehrer unterrichtet wurden. 1817 wurden die größten Schülerzahlen für Clafeld (141), Eiserfeld (130) und die evangelische Mädchenschule in Siegen (130) genannt, wobei in insgesamt 12 Schulen mehr als 100 Kinder von einem Lehrer unterrichtet wurden. Die kleinsten Schulen haben zu dieser Zeit jeweils nur 12 Kinder: Dahlbruch, Ölgershausen und Volnsberg.

    Ausbildungsstand der Lehrer

    1819

    1829

    1839

    1849

    1859

    1869

    1879

    1889

    1899

    Ohne seminaristische Ausbildung

    111

    69

    47

    26

    8

    1

    1

    1

    -

    Nicht am Seminar ausgebildet, aber geprüft

    -

    6

    4

    6

    7

    4

    2

    1

    -

    Am Seminar ausgebildet

    1

    11

    29

    54

    58

    71

    115

    166

    271

    Aspiranten

    -

    3

    7

    9

    15

    22

    16

    1

    -

    Ohne Angaben zur Ausbildung

    -

    12

    13

    16

    22

    44

    34

    41

    39

    Summe

    112

    101

    100

    111

    110

    142

    168

    210

    310

    Erwähnt werden sollte noch, was zu Beginn der preußischen Zeit nicht geregelt wurde. Es gab keine allgemeine Besoldungsregelung, sondern die Besoldung blieb weiter Verhandlungssache zwischen Gemeinde und Lehrer – erst das Jahr 1885 brachte die Festlegung eines Mindestbetrages für das Gehalt eines Lehrers und das Jahr 1897 ein Besoldungsgesetz mit der Festlegung von nach Altersstufen aufsteigenden Gehältern. Es gab auch keine ausreichende Altersversorgung und keine Festsetzung des Pensionsalters. Üblich war die Zahlung eines Drittels des Gehaltes an den pensionierten Lehrer. Diese Summe wurde oft vom Lohn des neu eintretenden Lehrers abgezogen. So hatten weder die Gemeinden noch der Lehrer selbst ein Interesse an einer rechtzeitigen Zurruhesetzung des Lehrers. Oft mussten die Regierung oder der Kreisschulinspektor darauf drängen, daß ältere Lehrer, die in hohem Alter den Aufgaben einer geregelten Unterrichtsführung nicht mehr gewachsen waren, aus dem aktiven Berufsleben ausschieden. Das Pensionsgesetz wurde erst 1885 beschlossen.

    Es wurde schließlich auch keine Obergrenze für die Zahl der Schulkinder bei einem Lehrer festgelegt. Erst 1872 wurde eine Richtzahl genannt: 80 Schulkinder in einer Klasse sollten als vertretbar gelten!

    Die Schulaufsicht

    Die Aufsicht über die Schulen des Kirchspiels führte der Pfarrer. Einschlägige Fragen beriet er mit dem Presbyterium. Schulvorstände werden erst um 1770 und immer nur gelegentlich und am Rande erwähnt. Die Oberaufsicht ruhte beim Konsistorium in Siegen bzw. dem Oberkonsistorium in Dillenburg. Die Aufsicht erstreckte sich vor allem auf Schulbauten, Anstellung der Lehrer und erst später dann zunehmend auf den inneren Schulbetrieb. Selten lesen wir von Bezuschussung der Schulbauten in den Unterlagen des Gemeindearchivs. Sie mussten aber alle – auch schon sehr früh – genehmigt werden.

    Bei Anstellung eines Schuldieners – so hießen die Lehrer anfänglich – erkundigte man sich meist zunächst nach einem geeigneten Kandidaten. Dann examinierte man den Anwärter. So berichtet 1724 P. Winter vor Anstellung des Lehrers Joh. Aurant in Hilchenbach an die Fürstin: “Nachdem mir nun derselbe bereitß in Siegen gerühmet worden, alß habe denselben heut in der Morgenbethstunde Vorsingen, nachgehendß auff der Orgel schlagen, ferner auch schreiben, laßen und überall so befunden, daß meines ortß nicht allein mit ihm fortzukommen gedenke sondern er auch hießigen schuldienst zu versehen capable seye.” Danach fand dann die “Introduction” statt, nachdem man über den Lohn eins geworden war. Diese Bestätigung wurde allerdings anfangs längst nicht immer eingeholt. Da war man froh, wenn sich überhaupt jemand anbot. 1771 aber fordert das Konsistorium nachdrücklich, daß die Lehrer auch der kleinsten Orte nicht mehr von den Gemeindevorstehern angenommen werden dürften, sondern von Siegen aus zu bestätigen seien. Im Jahre darauf folgte die Weisung, daß alle noch nicht bestätigten Schulmeister sich hätten behördlich bestätigen zu lassen. Aber noch 1806 hat das Konsistorium seine liebe Not, alle Schulmeister in seinem Verzeichnis aufzuführen, da die Gemeinden eigenmächtig handelten. Natürlich war, solange der Lehrer nicht fest unter dem Konsistorium stand, der Willkür der Dorfbewohner Tür und Tor geöffnet.

    Seit 1820 bekamen die Schulvorstände wachsende Bedeutung. 1824 fordert P. Trainer sie auf, jedes Vierteljahr einmal die Schulen zu besuchen und nach dem Rechten zu sehen. 1837 berichtet Inspektor Achenbach, daß die Schulvorstände diese Besuche fleißig übten und auch die Lehrer der Nachbarschaft sich fleißig an den Visitationen beteiligten, so daß er oft von 5 Lehrern umgeben vor den Kindern stehe. Die Schulmeister jener Zeiten hatten einen schweren Dienst zu verrichten. P. Schepp berichtet, daß die Lehrer so arm seien, daß sie sich oft kein Buch zu ihrer Weiterbildung kaufen konnten.

    Erste Anzeichen einer eintretenden Spannung zwischen Kirche und Lehrerschaft bzw. eine beginnende Ablehnung der geistlichen Schulaufsicht zeigen sich 1840. Fast zur gleichen Zeit machten sich auch Anzeichen für eine Verselbständigung der Lehrer gegenüber der weltlichen Behörde bemerkbar. So protestierten die Lehrer Weisgerber in Hilchenbach, Banf in Grund und Sassmannshausen in Lützel 1834 sehr energisch gegen den Bürgermeister Reifenrath in Hilchenbach, als dieser und der Schulvorstand, behördliche Verordnungen mißdeutend, von ihnen verlangen will, die Kinder auch außerhalb der Schule besser zu beaufsichtigen. Inspektor Achenbach, Ferndorf, tritt ihnen schneidig zur Seite, erklärt rundheraus, daß der Lehrer nicht Straßenvogt sei, sondern die Beaufsichtigung außerhalb der Schule Eltern und Polizei zustehe. Gelegentlich schickte das Konsistorium in Siegen einen Visitator durch die Schulen.

    Die Schulinspektion

    In der oranischen Zeit finden sich in den Kirchenakten der evangelisch-reformierten Gemeinde in Hilchenbach kaum nennenswerte Spuren einer bis in die Einzelgemeinden reichenden höheren Visitationstätigkeit. Das wird anders, nachdem eine “Vorläufige Instruktion für die Schulinspektoren ... in den evangelischen Synodalkreisen des Regierungsbezirks Arnsberg von 1821” eine sehr ordentliche Grundlage für die Inspektionstätigkeit der Schulinspektoren geschaffen hatte. 1822 wurde die Synode in mehrere Inspektionsbezirke aufgeteilt. Inspektor für den hiesigen Bezirk wurde P. Henrich Adolf Achenbach in Ferndorf, dem die Kirchspiele Ferndorf, Müsen, Hilchenbach und Netphen unterstanden. Jeder Bericht, der aus seiner Feder stammt, zeugt von einer peinlichen Gewissenhaftigkeit. In all seinen mit unendlichem Fleiß niedergeschriebenen Berichten kehren drei Klagen wieder, um deren Ausräumung er unermüdlich ringt: Der Kostumgang der Lehrer, die Schulversäumnisse der Kinder und die mangelhafte Besoldung der Lehrer. Immer wieder bohrt er bei Gemeinden und bei der Regierung nach, den für das Ansehen des Lehrers tödlichen Wandeltisch wie auch die Unsitte der Erhebung des Lehrergehaltes durch diese selbst abzuschaffen. 1828 schlägt er die Aufhebung des Kostumgangs generell in allen Gemeinden zu einem bestimmten Termin vor. Die Schulbehörde lehnt dieses in der Hoffnung ab, durch verschärfte Bestimmungen zur seminaristischen Lehrerausbildung das Übel mit der Wurzel auszurotten, da gut ausgebildete Lehrer ganz sich ganz von selbst nicht mehr auf minderwertige  Stellen melden würden. Immer wieder klagt er über die mangelhafte Besoldung, so 1824: “Alle Aspiranten sind Jünglinge, welche außer dem gewöhnlichen Schul- und Konfirmandenunterricht nur eine kärgliche Belehrung bei dem einen oder andern Schullehrer genossen haben. Wie läßt sich also viel von ihnen erwarten? Aber wie kann man auch erwarten, daß qualifizierte junge Leute sich um Stellen bewerben werden, deren höchstes bares Gehalt 24 Rtlr. beträgt!”

    Mit zähem Fleiß betreibt er die Weiterbildung der Lehrer. Seine Berichte zu lesen ist eine Freude. 1835 schreibt er über den Ausbau des Lehrapparates: “Ich lebe des festens Glaubens, daß, wenn mein Nachfolger in dem Schulinspektionsamte seinen 14. Jahresbericht anfertigt, er über den Mangel an den besagten Lehrmitteln in den Schulen nicht mehr klagen wird.”

    Mit welchem Bienenfleiß er gearbeitet hat wird aus einem Schreiben aus dem Jahre 1822 an den Kollegen Trainer in Hilchenbach deutlich: “Wenn ich Ihnen sage, daß ich in den letzten beiden Wochen außer dem summarischen Jahresbericht über das Schulwesen meines Inspektions-Bezirks, welcher drei Bogen stark geworden ist, noch 26 spezielle Berichte, über jede Schule einen besonderen, angefertigt habe, so werden Sie sich nicht darüber wundern, daß ich auf Ihre verschiedenen Schreiben nicht früher geantwortet habe.”

    1838 erbat Inspektor Achenbach dann seine Entlassung in einem Bericht, in dem er seine gesundheitlichen Probleme beschreibt. Der Abschied wurde ihm gewährt.

    Achenbachs Nachfolger, P. Stähler von Müsen, übte seine Tätigkeit nach Bericht des Pastor Dr. Hermann Müller im Werk “Florenburgs Schulen” längst nicht in einer so scharf geprägten Art aus wie sein Vorgänger. Und ein P. Stein, Krombach, so geschätzt er war, hat diese Höhe einer wahrhaft “geistlichen Aufsicht” kaum erreicht.

    Schulverhältnisse in Hilchenbach – Zusammenfassung

    Auch in Müsen war seit dem 16. Jahrhundert eine Schule eingerichtet worden, die ebenfalls eng mit der Kirchengemeinde, zunächst in Ferndorf, dann in Müsen selbst, verbunden war.

    Die Schulverhältnisse verbesserten sich im 18. Jahrhundert wesentlich. Die Volksschule in Hilchenbach, als Kirchspielschule eingerichtet, wurde durch eine Schule in Helberhausen für die Orte Hadem, Helberhausen und Oberndorf und 1751 durch eine weitere Schule für die Dörfer Ruckersfeld und Oechelhausen ergänzt. Die zwei letztgenannten wurden bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als selbständige Schulverbände weitergeführt, zuletzt allerdings dann als gemeindliche und nicht mehr als kirchliche Einrichtungen. Insgesamt gab es 1815 im Hilchenbacher Raum 10 Volksschulen. Dabei hatten die Orte Ruckersfeld und Oechelhausen zusammen einen Lehrer, desgleichen die Orte Allenbach und Haarhausen.

    In Hilchenbach unterrichtete außerdem – wie dargestellt - bereits mindestens seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts der Pfarrer Latein. Seit 1737 wurde dieser Unterricht im Zusammenhang mit der wegen  Auseinandersetzungen zwischen Gemeinde und Pfarrer neu gegründeten freien Schule des Fleckens zusammengefaßt, so daß, wie später im 19. Jahrhundert mit der Rektoratsschule, für einige Kinder die Möglichkeit bestand, auch ohne Verlassen der Familie bereits in jungen Jahren die Voraussetzungen für eine später zum Universitätsstudium führende Bildung zu erlangen. Für die Kinder des weit überwiegenden Teils der Bevölkerung kam die  Lateinschule allerdings nicht in Betracht. Die Kosten einer Ausbildung über die Volksschulen hinaus waren auch dann noch zu hoch, wenn kein Schulgeld gezahlt zu werden brauchte, da in den meisten Haushalten mit einem geringen naturalen oder geldlichen Einkommen die Kinder im elterlichen Anwesen mitarbeiten mussten, was den Kindern, die zur Lateinschule gingen, zeitlich kaum möglich war.

    Weitere Entwicklung des Bildungsniveaus

    Für die weitere Entwicklung, sowohl in wirtschaftlicher wie auch in sozialer Hinsicht war der Ausbau des Schulsystems in der genannten Art bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wichtig, denn nur eine mit den Grundkenntnissen im Lesen, Schreiben und Rechnen ausgestattete Bevölkerung war in der Lage, den zunehmenden Anforderungen in der Aufzeichnung von wirtschaftlichen Vorgängen gerecht zu werden. Die Unterschriften unter Eingaben und Verhandlungsprotokollen zeigen, daß im Laufe des 18. Jahrhunderts mindestens die Fähigkeit, den eigenen Namen zu schreiben, zunahm. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung im 19. Jahrhundert, d.h. vor allem die Industrialisierung war ohne verbreitete schulische Grundkenntnisse nicht denkbar. Auch wenn ein Studium für den überwiegenden Teil der Kinder nicht in Betracht kam, ist es doch keine Seltenheit gewesen. So wurden  für die Zeit von 1789 bis 1806 aus Hilchenbach 5 Studenten in Marburg registriert und aus Müsen von 1726 bis 1798 4 Studenten. Für die vorhergehenden Jahre - ab 1527 - wurden allerdings dort keine Studenten aus diesen Kirchspielen immatrikuliert, vor dem 18. Jahrhundert besuchte man vielleicht stärker die Universitäten Köln, Heidelberg und Gießen. Für Heidelberg heißt eine Eintragung in das Immatrikulationsregister des Jahres 1620:  "Johannes Quitterus Hilchenbacensis ex comitatu Sigenensi, injuratus propter aetatem", d.h. Johannes Quitterus aus Hilchenbach blieb wegen seines Alters unbeeidigt. Gießen und Köln hatten nur vereinzelnt in ihren Immatrikulationsregistern Studenten aus dem Hilchenbacher Raum aufzuweisen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang vielleicht, daß 1798 ein Student aus Müsen in Gießen eingeschrieben war der Metallurgie studierte.  Sonst herrschten Rechtswissenschaft und Medizin vor.

    Einführung des staatlichen Schulwesens

    Das Schulwesen erhielt in den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts neue Impulse. Die Volksschule wurde weiter ausgebaut, insbesondere achtete man seitens der preußischen Verwaltung auf die Einhaltung der Schulpflicht. Bis zum Jahre 1872, als das Schulwesen unter die alleinige Aufsicht des Staates kam, bestand keine Schulpflicht. Ein geregelter Schulbetrieb war daher zuvor wie dargestellt im allgemeinen nur im Winter möglich, da die Landwirtschaft im Sommer ohne die Mithilfe der Kinder nicht denkbar war. Auch wenn die Qualität des Schulwesens  weiterhin schlecht war, jedenfalls gemessen an den späteren Verhältnissen, ist zu berücksichtigen, daß allein schon die Umsetzung und Durchsetzung des Gedankens einer allgemeinen Schulpflicht eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung war.

    Privatunterricht als Grundlage für Rektoratsschule

    Zugleich wurden die ersten Grundlagen für die spätere Rektoratsschule geschaffen. Es war im 18. und auch noch im 19. Jahrhundert üblich, daß in von städtischen Gymnasien weit entfernt liegenden Orten der hauptberufliche oder der nebenberufliche Privatlehrer weit verbreitet war. In protestantischen Gebieten waren dies in erster Linie Kandidaten der Theologie, die (noch) keine Pfarrstelle erhalten konnten. Diese lebten dann als ledige Privatlehrer im Haushalt einkommensstärkerer Familien, vor allem des landsässigen Adels. Dies hatte zugleich den Vorteil, daß  der adlige Patronatsherr der Dorfkirche einen künftig möglichen Pfarramtskandidaten näher kennenlernte. In anderen Dörfern und kleineren Städten unterrichtete der örtlich ansässige Pfarrer, meistens zunächst seine eigene Kinderschar und war dann auch bereit, gegen Entgelt das eine oder andere Kind aus seiner Gemeinde aufzunehmen.

    In Hilchenbach begann der Pfarrer Flick in den achtzehnhundertdreißiger Jahren mit solchem Privatunterricht. Die Einrichtung einer staatlichen höheren Schule wurde 1837 vom Regierungspräsidenten in Arnsberg abgelehnt. Es wurde aber angeregt, eine private Schule dieser Art einzurichten. 1848/49 schuf der Pfarramtskandidat Trainer - wie im Abschnitt “Die Rektoratsschule in Hilchenbach” dargestellt - eine solche Schule. Sie setzte sich zur Aufgabe, die ersten drei Klassen der Gymnasien zu ersetzen, eventuell auch deren Vorschule. Sie bot damit Gelegenheit für den höheren Schulbesuch auch für Kinder aus solchen  Familien, bei denen die Kinder zunächst noch in der Obhut der Familien bleiben sollten und die man noch nicht zum Zwecke des Schulbesuchs in eine größere Stadt (Pension oder Internat) geben wollte. Die Rektoratsschule, die ursprünglich eine Privatschule für Söhne aus Handels- und Geschäftskreisen war, wurde ab 1876 städtisch verwaltet. Für Jungen hatte die Rektoratsschule die Aufgaben éiner Weiterbildung bis zur Untertertia. 1914 gliederte man der Schule, die mittlerweile nach den Lehrplänen eines Reform-Gymnasiums unterrichtete, eine Obertertia, also ein 9. Schuljahr an. Diese Rektoratsschule wurde von 1922 bis 1925 schrittweise, d.h. jahrgangsweise aufgelöst.

    Seminarübungsschule für das Lehrerseminar und Volksschule der Stadt Hilchenbach

    Die Volksschule in Hilchenbach wurde – wie bereits dargestellt - als Seminarübungsschule für das Lehrerseminar (siehe auch nachstehende Ausführungen zum Lehrerseminar) geführt. 1903 richtete die Stadt Hilchenbach  wieder eine eigene Volksschule ein, da die Zahl der Kinder für die Seminarübungsschule zu groß wurde. Beide Schulen bestanden bis zur Auflösung des Lehrerseminars in Hilchenbach nebeneinander.

    Gymnasien bzw. deren Vorläufer

    1922 richtete der Staat in den Räumen des Lehrerseminars, das nachfolgend noch näher beschrieben wird, ein Aufbaugymnasium ein, das Schüler nach dem 7. oder 8. Volksschuljahr aufgenommen hat und innerhalb von 6 Schuljahren zur Hochschulreife führte. Nach einem Vorschlag der Stadt erhielt die Schule den Namen "Jung-Stilling-Schule". Der Einzugsbereich dieser Schule  erstreckt sich auf den ganzen Kreis Siegen und auch darüber hinaus. Seit 1965 werden Schüler auch ins 5. Schuljahr aufgenommen. Im Jahre 1974 wurde die Stadt gesetzlich zur Übernahme des "Jung-Stilling-Gymnasiums" verpflichtet.

    Im Kloster Keppel entstand 1871 die evangelische "Erziehungs- und Schulanstalt Stift Keppel" für Mädchen von 8 bis 15 Jahren, aus der sich im Laufe der Zeit das Gymnasium Stift Keppel entwickelte. Sie war eine Bereicherung des weiterführenden Schulsystems. Ein Teil der Schülerinnen war in einem angeschlossenen Internat untergebracht, die übrigen wohnten zu Hause. Die Zahl der Schülerinnen wuchs von 15 in den ersten Jahren auf 135 in den 1890er Jahren. Seit 1874 konnten  in einer zusätzlich eingerichteten Klasse (Selecta) Mädchen eine Ausbildung erhalten, aufgrund welcher sie dann zum Lehrerinnen-Examen zugelassen wurden. Insgesamt sollen bis 1896  269  Schülerinnen diesen Abschluß erfolgreich absolviert haben.

    Beide Gymnasien, also sowohl das Jung-Stilling-Gymnasium in Hilchenbach als auch das Gymnasium Stift Keppel, bestanden bis zum Jahr 2008 im Hilchenbacher Stadtgebiet. Im Jahr 2003 wurde die Auflösung des städtischen Jung-Stilling-Gymnasiums beschlossen. Die Umstände bei dem Beginn der Neugestaltung der Hilchenbacher Schullandschaft waren aus der Sicht aller Hilchenbacher äußerst nebulös, da sowohl Eltern, betroffene Lehrer und Schüler die Vorgänge immer nur aus der Tagespresse erfuhren. Es herrschte deshalb eine erhebliche Verstimmung innerhalb der Bevölkerung. Die Hilchenbacher Gymnasiasten sollten komplett zum Stift Keppel umziehen. Im Jahr 2008 verlies die letzte Schulklasse das Jung-Stilling-Gymnasium und wurde in den Schulbetrieb des Stift Keppel integriert bzw. nach der Abiturprüfung entlassen. Der Name “Jung-Stilling” ist damit aus der Benennung öffentlicher Gebäude in Hilchenbach verschwunden. Die Gebäude wurden, nachdem die im Jahr 2003 neu entstandene Carl-Kraemer-Realschule schon einzelne Fachräume genutzt hatte, im Jahr 2008 nach einer Renovierung komplett für den Schulbetrieb der Realschule übergeben.

    Katholische Bekenntnisschule Keppel Nein - Ja - Nein?

    Am 24. November 1938 teilte die Regierung Arnsberg in einer Rundverfügung mit, daß die Zusammenlegung der Bekenntnisschulen zum 1. April 1939 beabsichtigt sei. Der Amtsbürgermeister des Amtes Keppel, Franz Pränger, berichtete eilfertig den Aufsichtsbehörden, daß die  Zusammenlegung nur Vorteile biete: Bessere! Beschulung der Kinder, Verkürzung der Schulwege, Minderung der Lehr- und Lernmittel und Einsparung einer Lehrerstelle, nämlich der der katholischen  Schule. Der katholische Religionsunterricht müsse allerdings sichergestellt sein.

    Ein Vierteljahr später, im Februar 1939, verteilte die Geheime Staatspolizei ein Rundschreiben und warnte vor konfessionellen Kreisen und der katholischen Geistlichkeit, die die Zusammenlegung der konfessionellen Schulen zu sabotieren suchen. Auch hier tat sich der Amtsbürgermeister hervor,  indem er dem Landrat in Siegen mitteilte, daß Pastor Kochs im Januar 1939 und in seiner Vertretung ein Pater im Februar von der Kanzel die Katholiken aufgefordert habe, gegen die  Aufhebung der katholischen Volksschule Einspruch einzulegen. Pastor Kochs habe dabei auch auf das Konkordat (gemeint war das Reichskonkordat von 1934) hingewiesen. Ein sehr berechtigter Hinweis. Im Februar 1939 fand auch eine Elternversammlung im katholischen Jugendheim statt, in der die Auflösung des katholischen Schulverbandes behandelt wurde Diese Versammlung wurde von einem Volksschulleiter beim Amtsbürgermeister denunziert; dieser veranlasste polizeiliche Ermittlungen. Pünktlich zum 1. April 1939 hob der Amtsbürgermeister die katholische Volksschule auf. Die Auflösung des Gesamtschulverbandes Kath. Keppel ordnete der Landrat von Siegen am 28. Februar 1940 an. Schulgebäude und Inventar wurden von der Gemeinde Dahlbruch für 21000 RM käuflich übernommen.

    Nach Beendigung des 2. Weltkrieges trat erwartungsgemäß eine Trendwende ein. Der Regierungspräsident in Arnsberg teilte am 23. Februar 1946 mit, daß die Militärregierung die Wiedereinrichtung von Bekenntnisschulen dort zulasse, wo vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten konfessionelle Volksschulen bestanden haben. Voraussetzung war jedoch, daß die Eltern der Schulkinder dieses wünschten und die Zahl der Kinder einen geordneten Unterrichtsbetrieb gewährleistete. Daraufhin wurden 1947 in den Gemeinden des Amtes Keppel die evangelischen Volksschulen (Allenbach, Dahlbruch, Hadem-Helberhausen-Oberndorf, Lützel, Müsen, Oechelhausen-Ruckersfeld und Vormwald), aber auch die katholische Volksschule in Dahlbruch in der Trägerschaft eines neuen Schulverbandes mit den Gemeinden Allenbach, Dahlbruch und Müsen wieder errichtet; die Gemeinde Kredenbach trat dem Verband erst zum 1. Januar 1961 wieder bei und zahlte bis dahin Gastschulgeld. Der Rat der Stadt Hilchenbach beschloss ebenfalls die Wiedererrichtung der evangelischen Volksschule, zugleich  aber auch die  Neuerrichtung einer kath. Volksschule. Mit diesem Beschluß wurde der Tatsache Rechnung getragen, daß inzwischen in der Stadt Hilchenbach durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene die  Zahl der katholischen Einwohner erheblich angestiegen war. Zugleich wurde mit dieser Schulgründung das Wiederaufleben alter Streitigkeiten um das Gastschulgeld für katholische Kinder in Keppel vermieden. Die Wiedererrichtung der katholischen Bekenntnisschule Keppel begann 1947 mit 70 Kindern. Die Schülerzahlen stiegen kontinuierlich an; 1949 waren es 110 Schüler und  1962 war die Schule bereits dreiklassig, auch mit drei Lehrerstellen. Ein Ausweichen zunächst in das Augustinusheim und ein späterer Anbau an das Schulgebäude schaffte vorübergehend notwendigen  Unterrichtsraum. Am 9. Juli 1963 beschloß dann aber der Schulverband einen Neubau der Schule mit zunächst sechs Klassen und neun Klassen im Endzustand. 1965 wurde ein  Architekturwettbewerb für den Neubau der Schule in der Dahlbrucher Wiesenstraße ausgelobt. Ohne die noch zusätzlich geplante Schulturnhalle sollte der Neubau 1,3 Millionen DM kosten. Die  Eigenbeteiligung der vier Verbandsgemeinden solle 109.500 DM sein. Überraschend kürzte das Land Nordrhein-Westfalen im Juli 1966 die Landesbeihilfen, so daß die Eigenbeteiligung auf rund  0,9 Millionen DM anstieg; davon entfielen allein auf Dahlbruch etwa 0,6 Millionen DM. Bei dieser "Umfinanzierung" lehnten die Verbandsgemeinden Allenbach, Kredenbach und Müsen eine Beteiligung am Neubau ab. Damit wurde der Stein zur Aufhebung der katholischen Bekenntnisschule ins Rollen gebracht.

    Entstehung der Grund- und Hauptschulen

    Nun erbot sich die Gemeinde Dahlbruch, die Schule bei unveränderter Bekennntnisbindung in ihre Trägerschaft zu übernehmen und den

    Bild 6 - Florenburg- Grundschule im Jahre 2000. Im Jahr 2008 zog die Florenburg- Grundschule in die 2008 frei gewordenen Gebäude der Wilhelm-von-Oranien- Hauptschule ein, nachdem zuvor für 5 Jahre dort die Carl- Kraemer-Realschule untergebracht war

    Raumbedarf mit den Neubauklassen der Evangelischen Volksschule abzudecken. Dementsprechend beschloß der Schulverband am 1. Februar 1967 seine Auflösung und übergab Schule, Grundstück und sonstiges Vermögen an die Gemeinde Dahlbruch. Bei der zum Schuljahresbeginn 1968/69 durchgeführten Schulreform in Gestalt einer Teilung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen verhielt sich die Gemeinde Dahlbruch loyal und beschloß  am 10. April 1968, daß die Kath. Volksschule als Grundschule erhalten bleibt. Allein als Grundschule mit nur vier Jahrgängen hatte sie immerhin noch drei Klassen mit 85 Schülern. Das  währte aber nur ein Jahr. Dann teilte Schulrat Kloft, Kreis Siegen, der zum 1. Januar 1969 gebildeten Großgemeinde Stadt Hilchenbach, nunmehr Träger aller Grund- und Hauptschulen im  alten Amts- und Stadtgebiet mit, daß mit Schuljahresbeginn 1969/70 nur noch eine Lehrkraft für die Katholische Grundschule in Dahlbruch zur Verfügung stehe. Eine Lehrerin sei für ein Jahr beurlaubt und der Schulleiter, Herr Karl-Heinz Jokisch, werde voraussichtlich als Konrektor in den Kreis Olpe versetzt. Ersatz sei nicht zu beschaffen. Mit dieser Methode entledigten sich die Schulaufsichtsinstanzen der über 100jährigen einstigen katholischen Bekennnisschule Keppel in  Dahlbruch und, wie die Zeitläufe erweisen, nachhaltiger als in nationalsozialistischer Zeit. Auf Empfehlung des Schulausschusses beschloß der Rat der Stadt Hilchenbach die Auflösung der Katholischen Grundschule in Dahlbruch mit Wirkung vom 1. August 1969. Bereits ein Jahr früher, zum 1. August 1968, hatte der Rat von (Alt-)Hilchenbach die kath. Volksschule Hilchenbach aufgelöst. Das Protokoll des  Schulausschusses vom 25. März 1968 vermerkt, daß "insbesondere Pfarrer Müller und Hauptlehrer Hannemann keine Bedenken erhoben". Zuvor hatte sich schon die Ev. Grundschule Hilchenbach in eine  "christliche Gemeinschaftsschule" (heutige Florenburgschule - siehe

    Bild 7 - Die neue Stadtschule in Hilchenbach im Jahr 1907 - siehe obige Aufnahme von der Florenburg Grundschule aus dem Jahre 2000. Im Jahr 2008 wurde dort der letzte Schulunterricht erteilt

    obige Abbildungen 6und 7) umgewandelt;

    Zwischen 1967 und 1969 ging also in Hilchenbach die seit der Reformation andauernde Zeit der Dorfschulen zu Ende. 11 Evangelische und Katholische Volksschulen in der damaligen  Verwaltungsgemeinschaft Amt Keppel - Stadt Hilchenbach wurden in drei Grund- und zwei Hauptschulen zusammengefaßt.

    Lehrerseminar

    Die Errichtung des Lehrerseminars geht auf Beratungen der Siegener Kreissynode im Jahre 1859 zurück. Pastor Usener in Ferndorf stellte damals den Antrag, die Synode möge an die Königliche Bezirksregierung in Arnsberg die Bitte richten, ein drittes evangelisches Schullehrerseminar in Westfalen zu gründen. Usener verwies dabei auf den gravierenden Lehrermangel und führte aus, die Absolventen der bis dahin vorhandenen Lehrerseminare in Petershagen und Soest reichten nicht einmal aus, alle vakant werdenden Stellen mit ausgebildeten Lehrern zu besetzen. Die Mehrzahl der  Lehrerstellen müsse deshalb in seinem Kirchspiel wie auch anderswo von Aspiranten für die Lehrerausbildung verwaltet werden. Als Ort für das zu gründende Seminar schlug Usener das damals leerstehende Stift Keppel vor. Die Anregung fand bei den staatlichen Behörden ein positives Echo. Dennoch scheiterte der Plan. Die Absicht des Staates, ein drittes evangelisches  Lehrerseminar in Südwestfalen zu errichten, blieb zwar bestehen, in der Standortfrage wurde aber gegen Keppel entschieden. Eine staatliche Kommission, die im Herbst 1862 Stift Keppel besichtigte, fand die Gebäude für die Errichtung eines Seminars unpassend und regte einen Neubau an anderer Stelle im Kreis Siegen an.

    Um das Seminar bewarben sich die Städte Freudenberg und Hilchenbach. In ihrer Eingabe vom 6. Dezember 1862 an das Provinzialschulkollegium in Münster versprachen sich die Stadtverordneten  von Hilchenbach "neben dem wohltätigen Einfluß einer solchen Anstalt auf das sittliche und intellektuelle Wohl" der Bevölkerung "auch eine nicht gering anzuschlagende Quelle des Verdienstes" für die "arbeitenden Klassen". Gerade der wirtschaftliche Aspekt spielte eine wichtige Rolle. Man wollte der Stadt Hilchenbach, die noch unter den Nachwirkungen des Brandes von  1844 zu leiden hatte, und deren Bewohner von der damaligen Umstrukturierung im Siegerländer Berg- und Hüttenwesen betroffen waren, die mit "der zu gründenden Anstalt verbundenen  materiellen Vorteile" zuwenden. Die Stadtverordneten erklärten sich daher bereit, "mit allen Kräften zur Förderung und zum Gedeihen der zu gründenden Anstalt mitzuwirken und, wenn es verlangt werden sollte, ein angemessenes Opfer zu bringen". Da der Staat an einem möglichst günstigen Angebot interessiert war, hat Hilchenbach zugesagt, den Baugrund für die Seminaranlage unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und bei der Beschaffung von Baumaterialien behilflich zu sein. Für Hilchenbach sprach aber nicht nur die materielle Offerte, sondern auch die verkehrsmäßig  günstigere Lage, vor allem im Hinblick auf die aus dem Kreis Wittgenstein zu erwartenden Seminaristen. In ein konkretes Stadium traten die Verhandlungen, als am 9. März 1864 eine  staatliche Kommission nach Hilchenbach kam um Einzelheiten zu besprechen. Es wurde dann vereinbart, daß die Stadt die Größe des Baugrundstücks auf acht Morgen ausdehnt und der  Schulvorstand erklärte sich bereit, die damals zweiklassige städtische Elementarschule als Übungsschule an das Seminar abzutreten. Die von der Stadt gezahlten Lehrergehälter sollten in Zukunft der Seminarklasse gezahlt werden. Der Schulvorstand sprach die Erwartung aus, daß die beiden Lehrer der Elementarschule, sofern sie am Seminar keine Verwendung finden könnten, angemessen anderweitig untergebrache würden, ohne daß der Stadt Mehrkosten entstünden. Zudem wurde erwartet, daß der Organistendienst in der Kirche, den bisher die beiden Elementarlehrer versehen hatten, gegen ein Entgelt von 50 Talern jährlich von einer Lehrkraft des Seminars durchgeführt werde.

    Über das Ergebnis der Verhandlungen unterrichtete das Schulkollegium den Kultusminister in Berlin, der daraufhin seine Zustimmung zu der Seminargründung in Hilchenbach gab. Da der Neubau nicht  zur Eröffnung des Seminars erstellt werden konnte, erklärte sich die Stadt am 23. März 1865 bereit, zunächst die geeigneten Räumlichkeiten für den Seminarbetrieb unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

    Bild 8 - Das erste Lehrerkollegium des Seminars 1867 - Fotographie aus dem Stadtmuseum Hilchenbach

    1867 wurde das Hilchenbacher Lehrerseminar mit dem Theologen Boecker als Direktor eröffnet. Es war das dritte Institut dieser Art für Volksschullehrerausbildung in Westfalen.

    In den ersten Jahren seines Bestehens musste man sich mitsamt der angeschlossenen Seminarschule mit dem kleinen Raumangebot  der Stadtschule in der Hilchenbacher Straße begnügen. Da jährlich eine Seminaristenklasse aufgenommen wurde und hier auch noch die Hilchenbacher Schulkinder unterrichtet werden mussten, herschten bald sehr beengte Raumverhältnisse. Der Neubau des Seminars verzögerte sich indessen. Ein Vorentwurf, der 1869 vom Provinzialschulkollegium in Münster vorgelegt wurde, fand nicht die Zustimmung des zuständigen Unterrichtsministeriums in Berlin. Da sich die Königliche Bauinspektion in Siegen, die Vorläuferin des heutigen Staatshochbauamtes, außerstande sah, neben den laufenden Arbeiten die Planung für das Seminar zu übernehmen, wurde die Projektierung des Seminarbaues der Bauabteilung des Ministeriums für Handel und Gewerbe in Berlin übertragen.Die Bauarbeiten  wurden dann im Februar 1874. Die Anfuhr von Baumaterialien war sehr schwierig. Wegen der steilen Zufahrt wurde auf den Transport mit Pferden verzichtet, da teure Vorspanne notwendig  gewesen wären, um die Lasten zu ziehen. Es wurde dann eine Schienenanlage gebaut und die Transportwagen wurden mit Hilfe einer auf der Baustelle stehenden Dampfmaschine hochgezogen. Im Sommer 1876 drängte dann der damalige Seminardirektor, Dr. Boodstein, auf die Fertigstellung der Bauarbeiten. Das Provisorium sollte beendet werden, zumal die Stadt die Stadtschule zunächst  nur für drei Jahre zur Verfügung gestellt hatte. Es sollte dort die Rektoratsschule untergebracht werden. Die Bauarbeiten wurden daraufhin so beschleunigt, daß zum 1. Oktober 1876 der Neubau teilweise bezogen werden konnte (Siehe Aufnahme in Bild 10 weiter unten aus dem Stadtmuseum Hilchenbach vom

    Bild 9 - Das ehemalige Lehrerseminar und damalige Jung-Stilling- Gymnasium im Jahre 2000. Heute befindet sich in dem Gebäude die Carl-Kraemer- Realschule

    Hilchenbacher Lehrerseminar aus dem Jahre 1898. Nebenstehend in Bild 9 eine  Eigenaufnahme aus dem Dezember 2000, welche das (heute) ehemalige Jung-Stilling-Gymnasium (heute Carl-Kraemer-Realschule) vom Oberen Marktfeld her zeigt, also von der entgegengesetzten Richtung. Auch hier kann man die Stadtbild-beherrschende Lage noch deutlich erkennen). Der damalige Seminarist Friedrich Neuser, der zum Aufnahmejahrgang 1876 gehörte, schildert, wie unfertig in den damaligen Oktobertagen noch alles war. In den Schlafsälen wurden gerade die Türen und Fenster gestrichen und als Waschbecken dienten Badewannen, die im ersten Stock provisorisch aufgestellt waren, weil die Einrichtung in den vorgesehenen Waschräumen noch fehlte. Am 13. April 1877 konnte dann die Bauabnahme und die Übernahme des Neubaus erfolgen, also am Tage des zehnjährigen Bestehens.

    Das Gebäude entstand seinerzeit oberhalb der Stadt und außerhalb des Stadtzentrums, da die Baugrundstücke dort billiger waren. Lange Jahre, bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, beherrschte das für das Lehrerseminar errichtete Gebäude das Hilchenbacher Ortsbild, bis der Baumbestand im 20. Jahrhundert langsam die Sicht verdeckte.

    Die Ausbildung dauerte 3 Jahre. Jeder Jahrgang hatte etwa 30 bis 35 männliche "Zöglinge". Im Jahre 1890 zählte die Anstalt 143, 1912 nicht ganz 100 Seminaristen. Im  gleichen Jahr wurde eine Präparandenanstalt für Volksschulabsolventen zur Vorbereitung auf das Lehrerseminar angegliedert. Diese hatte ebenfalls 3 Klasse zu jeweils etwa 30 bis 35 Schülern. Hier  konnten sich Absolventen der Volksschule in drei Jahren auf den Besuch des Lehrerseminars vorbereiten. Insgesamt war die Volksschullehrerausbildung damit ein wichtiger zweiter Bildungsweg, zumal da nach dem erfolgreichen Durchlaufen dieses Bildungsweges die Möglichkeit zu

    Bild 10 - Das ehemalige Lehrerseminar im Jahre 1898 - Aufnahme aus dem Stadtmuseum Hilchenbach

    einem weiteren Fachstudium bestand.

    Neben dem Lehrpersonal - meistens etwa 10 Lehrer - brachten auch die Schüler Geld in die Stadt. Da die Schüler überwiegend in der Stadt wohnten, zum Teil in einem Internat des Seminars, war das Lehrerseminar auch von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Stadt, insbesondere für die Kaufleute.

    Mit einer Reform der Volksschullehrerausbildung begann man nach 1920. Entsprechend der Forderung der Weimarer Reichsverfassung wurde sie in eine hochschulmäßige Form umgestaltet. Mehrere kleine Länder wie Sachsen und Hamburg fügten die Ausbildung der Lehrer in ihre Universitäten bzw. Hochschulen ein. Bayern und Württemberg behielten die Seminare bei. Preußen  schuf mit den Pädagogischen Akademien besondere Lehrerhochschulen. Diese waren in evangelische, katholische und simultane Anstalten getrennt. Da das Siegerland nicht als Standort für eine der neugegründeten Pädagogischen Akademien ausersehen war, wurde 1925 das Hilchenbacher Lehrerseminar geschlossen. Die Schüler der letzten Klasse legten 1926 ihr Examen in  Recklinghausen ab. Das Lehrerseminar bildet heute die Räumlichkeiten des Jung-Stilling-Gymnasiums.

    Das Jahr 1871 bescherte den Bewohnern des Ferndorftales im nördlichen Siegerland eine neue “Erziehungs- und Schulanstalt” mit Lehrerinnenseminar. Gehobene Mädchenbildung in einer derart abgelegenen Gegend. Nicht einmal die “Metropole” Siegen hatte ihren Töchtern so etwas zu bieten. Da hängt in hohem Maße mit Ort und Geschichte der neuen Bildungsstätte zusammen: Stift Keppel. Im Jahre 1239 durch den Ritter vom Hain gegründet war Stift Keppel seit Jahrhunderten ein Domizil der Frauen gewesen, zunächst als Prämonstratenserinnenkloster, dann – nach der Einführung der Reformation (1538) – als freiweltliches Damenstift, eine Stätte frommer Zurückgezogenheit für Siegerländer Adelstöchter (siehe zur Geschichte des Stifts Keppel unsere Site “Geschichte”). In die Reformationszeit fällt die glanzvollste Periode des alten Keppel: Man hatte dort eine Schule für “junge frawen und schullmägdelein” eingerichtet, eine der ersten Schulen im Siegerland überhaupt und weithin berühmt in deutschen Landen. Die Stiftsdamen erzogen hier junge adelige Mädchen zu Gottenfurcht, unterrichteten sie aber auch im Kochen, Spinnen und Bierbrauen, “damit sie ... zu guten heyraten kommen, sich mit got und ehren ernehren.” Die Schule bestand allerdings nicht lange, das Stift wurde bald (wieder) eine “Versorgungsanstalt für adliche Töchter.”

    Seit 1910 war die Erziehungs- und Schulanstalt Stift Keppel nicht nur eine öffentliche höhere  Mädchenschule, sondern auch Höheres Lehrerinnenseminar. So besaß Hilchenbach bis zur Neuordnung der Lehrerausbildung zwei Lehrerbildungsanstalten.

    Neugestaltung der Hilchenbacher Schullandschaft ab 2003

    Die Errichtung einer lange geforderten Realschule in Hilchenbach sowie sinkende Schülerzahlen brachten zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Schullandschaft in Hilchenbach ziemlich durcheinander. Die Wilhelm-von-Oranien-Hauptschule in Hilchenbach wurde im Jahr 2006 aufgelöst. Die verbliebenen Klassen siedelten um. Alle Hauptschüler aus dem Stadtgebiet wurden nunmehr in die bestehende Adolf-Reichwein-Schule in Hilchenbach-Dahlbruch aufgenommen. In die Gebäude der Wilhelm-von-Oranien-Hauptschule zog nunmehr die 2003 neu gegründete Realschule ein, die später nach umfangreichen Diskussionen am 23. Februar 2005 den Namen “Carl-Kraemer-Realschule” erhielt. Jahrgang für Jahrgang kam hinzu. Aber schon im Sommer 2008, gerade hatte sie die volle Anzahl von Klasse 5 bis 10 erreicht, siedelte die Realschule komplett in die nach der Schließung des Jung-Stilling-Gymnasiums frei gewordenen Gebäude ein. Die dann nach kurzer Zwischennutzung wieder frei gewordenen Räume der ehemaligen Wilhelm-von-Oranien-Hauptschule wurde nunmehr die Heimat der Florenburg-Grundschule. Auch hier gab es keine Begeisterung für die neue Heimat, hatten sie sich doch in vielen Jahren ein Schmuckkästchen geschaffen, das auch öffentlich ausgezeichnet worden war.  Die Gebäude der Florenburg-Grundschule, die bis 2008 die Grundschüler beherbergt haben, warten noch auf eine neue Bestimmung, nachdem ein Konzept, dort ein Mehrgenerationenhaus zu errichten, aus der Sicht der Landesregierung nicht genügend förderungswürdig war. Den Zuschlag bekam hier ein Gebäude in Siegen-Geisweid. Die Schule in Helberhausen, die meistens von Erstklässlern besucht wurde, wird ab 2008 ebenfalls nicht mehr als Grundschule verwendet, da die ehemalige Wilhelm-von-Oranien-Hauptschule genug Platz für alle bietet.

     

     

    Quellenangaben

    Einige Informationen zum Lehrerseminar in Hilchenbach wurden dem Werk "Aus der Geschichte des Lehrerseminars und des Jung-Stilling-Gymnasiums in Hilchenbach" von Helmut Busch, 2. erweiterte Auflage herausgegeben vom Förderverein des Jung-Stilling-Gymnasiums, Schrift anläßlich des Stadtjubiläums 300 Jahre Stadtrechte Hilchenbach 1687 - 1987, Hilchenbach 1987, entnommen.  Für stadtgeschichtlich Intessierte eine Fundgrube zahlreicher weiterer Informationen zur Geschichte des Lehrerseminars und des Jung-Stilling-Gymnasiums

    Weitere Informationen sind aus einer Veröffentlichung "Stadtmuseum Hilchenbach in der Wilhelmsburg" auszugsweise übernommen. Die vollständige Dokumentation ist im Stadtmuseum erhältlich und ist ein muss für jeden, der mehr über Hilchenbach wissen will

    Unzählige weitere Informationen wurden einer aufführlichen und sehr empfehlenswerten Dokumentation entnommen, die auch im Stadtmuseum  Hilchenbach erhältlich ist. Es ist das Werk "Wirtschaftsgeschichte des Hilchenbacher Raumes", Die Entfaltung der Wirtschaft im nördlichen Siegerland seit dem Mittelalter von Friedrich-Wilhelm Henning, Copyright Hilchenbacher Geschichtsverein e.V., Hilchenbach 1987, S. 87 f., S 121  f., S. 168 ff., S. 204 f. Wer sich mit der Geschichte Hilchenbachs beschäftigt  kommt an diesem Werk nicht vorbei.

    Zahlreiche Informationen “aus erster Hand” wurden dem Werk von Pastor Dr. Hermann Müller, “Florenburgs Schulen”, Ihre Geschichte, dargestellt nach den vorhandenen Unterlagen, Selbstverlag der Evangelischen Kirchengemeinde Hilchenbach, 1957. Pastor Dr. Hermann Müller war Pastor der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und wollte eigentlich ein Werk über “Florenburgs Kirche” schreiben. Florenburg war der von Jung-Stilling verwendete Name für Hilchenbach. Bei Sichtung des reichlich vorhandenen Urkundenmaterials, das in dem Hilchenbacher Kirchenarchiv der ev.-ref. Gemeinde vorlag und das zum großen Teil noch aus den Zeiten der einstigen geistlichen Schulinspektion vorlag, wurde es ihm zunehmend zu einem inneren Zwang, dieses der Öffentlichkeit, insbesondere den Lehrern und Schulgemeinden bekanntzumachen. Bestärkt wurde er dadurch, daß er bei Durchsicht der in den einzelnen Schulen vorhandenen Schulchroniken entdeckte, wie wenig über die Anfangszeiten der Schulen überhaupt dort noch bekannt war. Einige Chroniken waren in den Nachkriegsjahren des 2. Weltkrieges gänzlich abhanden gekommen. Sein Ziel war es jedoch nicht, jeweils eine in sich geschlossene Geschichte der jeweiligen Schule zu liefern, sondern es ging ihm darum, das bei der ev.-ref. Kirche in Hilchenbach vorhandene urkundliche Material, insbesondere über die Schulanfänge, bekanntzumachen, also eine Sammlung des meist noch völlig unbekannten Urkundenmaterials zu veröffentlichen. Als eine besondere Fügung empfand er, daß das Erscheinen des Werkes mit der Einweihung der neuen Hilchenbacher Volksschule zusammentraf.

    Wertvolle Informationen konnten dank des Werks “Zur Geschichte der Schulen im Siegerland”, Siegener Studien Band 50, Herausgeber Edgar Reimers, Die Siegener Studien werden herausgegeben von der “Gesellschaft der Freunde und Förderer der Fachbereiche I-IV und VI-VIII an der Universität GH Siegen. Mitherausgeber sind Prof. Dr. Ingeborg Koza, Prof. Dr. Hans Dieter Erlinger (Red.) und Prof. Dr. Rudolf Feig, alle Universität-Gesamthochschule Siegen, Verlag Die Blaue Eule, Essen 1992, berücksichtigt werden. Es sind hier die folgenden Forschungsberichte ausgewertet worden: 1.“Die Elementarschulen und ihre Lehrer im Siegerland im Zeitraum zwischen 1815 und 1914” von Edgar Reimers; 2.“Schulpflicht und Kinderarbeit”, Zu Lösungswegen eines Spannungsverhältnisses am Beispiel des Siegerlandes im 19. Jahrhundert von Bernd D. Plaum; 3. “Stift Keppel: Mädchenbildung im Klostergemäuer” von Dorothea Jehmlich

    Weitere Informationen stammen aus der Festschrift “Hilchenbach – Ein geschichtlicher Überblick”, Festschrift zur 250-Jahrfeier der Stadt von Dr. Walter Menn, Hilchenbach 1937, Verlag von Wesener Nachf.

    Informationen aus der Zeit Jung-Stillings stammen unter anderem aus “Heinrich Stillings Jugend” von Johann Heinrich Jung genannt Jung-Stilling, Erster Teil der Lebensgeschichte, Illustriert von Hans Achenbach, Druck und Verlag: Vorländer GmbH & Co., Siegen 1982

    Ergänzende Informationen zum Lehrerseminar stammen aus “Hilchenbach”, Ein geschichtlicher Überblick, Festschrift zur 250-Jahrfeier der Stadt von Dr. Walter Menn, Verlag von Wesener Nachf., Hilchenbach 1937

    Das Bild 3 ist aus “Florenburgs Schulen”, Ihre Geschichte, dargestellt nach den vorhandenen Unterlagen von Pastor Dr. Hermann Müller, 1957, Selbstverlag der Evangelischen Kirchengemeinde Hilchenbach

    Das Bild 7 ist eine alte Ansichtskarte von Hilchenbach aus dem Jahre 1907

    Die Bilder 8 und 10 sind Fotos aus dem Stadtmuseum Hilchenbach, die abfotografiert wurden.

    Die Bilder 1, 2, 4, 5, 6 und 9 sind eigene Aufnahmen.

    Die Tabelle über den Ausbildungsstand der Lehrer stammt aus dem Bericht “Die Elementarschulen und ihre Lehrer im Siegerland im Zeitraum zwischen 1815 und 1914” von Edgar Reimers, veröffentlicht in “Zur Geschichte der Schulen im Siegerland”, Siegener Studien Band 50, Herausgeber Edgar Reimers, Die Siegener Studien werden herausgegeben von der “Gesellschaft der Freunde und Förderer der Fachbereiche I-IV und VI-VIII an der Universität GH Siegen. Mitherausgeber sind Prof. Dr. Ingeborg Koza, Prof. Dr. Hans Dieter Erlinger (Red.) und Prof. Dr. Rudolf Feig, alle Universität-Gesamthochschule Siegen, Verlag Die Blaue Eule, Essen 1992,

     

     

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